Die Preisträger*innen des 13. LICHTER Filmfest

Lisa Charlotte Friederichs Film „LIVE“ erhält den Preis als bester regionaler Langfilm des 13. LICHTER Filmfests. Der Kurzfilm „Nachtschicht“ von David Dybeck gewinnt den regionalen Kurzfilmpreis. Max Rainer darf sich über den LICHTER-Kurzfilmpublikumspreis powered by Journal Frankfurt für seinen Film „Die Vergänglichkeit des Bernd Hasselhuhn“ freuen. Der Sieger des Virtual Reality-Wettbewerbs ist „Aripi“ von Dmitri Voloshin. LICHTER-On-Demand, die Online-Ausgabe des 13. LICHTER Filmfest, endete am Abend mit einer Live-Übertragung der Preisverleihung auf Facebook.

In Kooperation mit Festival Scope zeigte LICHTER vom 21. bis 26. April 2020 auf einer speziell für das Festival entworfenen Streaming-Plattform aktuelles Weltkino zum Thema „Macht“, Glanzlichter des deutschen Films und das Beste aus Hessen und der virtuellen Realität. Rund 50 Filme, vorab aufgezeichnete Interviews mit Filmschaffenden und Podcasts ließen an sechs Tagen Festivalatmosphäre aufkommen.

Unseren Hauptförderern sind wir zu großem Dank verpflichtet. Als klar wurde, dass LICHTER nicht in gewohnter Form stattfinden kann, haben wir direkt das Signal erhalten, dass die finanziellen Zusagen bestehen bleiben. Das hat unsere Überzeugung gestärkt: Jetzt die Menschen in der Quarantäne-Zeit allein lassen, das kommt nicht in Frage. Wir bringen die Filmkultur einfach dahin, wo wir gerade die meiste Zeit verbringen: in die eigenen vier Wände. 

Oberste Priorität hatte auch die Solidarität mit unseren Festivalkinos und den Filmschaffenden. Ein Großteil unserer Einnahmen aus LICHTER-On-Demand geht deshalb direkt an die Branche.

Mit LICHTER-On-Demand haben wir komplettes Neuland betreten: Als erstes deutsches Filmfestival mussten wir uns mit der Frage auseinandersetzen, wie eine Online-Alternative aussehen kann, zu der keiner kommen kann. In dieser Ungewissheit lag für uns ein großer kreativer Antrieb, den wir mit Filmgesprächen, interaktivem Online-Voting für den Kurzfilmpublikumspreis, Daumenkino-Challenge, virtueller Festivalparty und Preisverleihung Ausdruck verliehen haben. 

Die Reaktionen auf LICHTER-On-Demand und die große Publikumsresonanz haben uns sehr zufrieden gestellt.

© Lisa Charlotte Friederich und Rike Huy

Der regionale LICHTER Wettbewerb

Aus neun Beiträgen im Regionalen Langfilm-Wettbewerb der Dr. Marschner Stiftung wird LIVE von Lisa Charlotte Friederich mit dem Weißen Bembel und einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro geehrt. Im Kontext der Corona-Krise entwirft die Regisseurin eine Zukunfts-Dystopie mit einer bedrückend hohen Aktualität, einzig der Ausgangspunkt ist ein anderer: Wegen zu hoher Terrorgefahr sind öffentliche Veranstaltungen verboten, Begegnungen mit anderen Menschen sind kaum noch möglich und kulturelles Leben kann nur noch im virtuellen Raum erlebt werden. Eine Atmosphäre aus Angst und Isolation zermürbt die Menschen. Die beiden Geschwister Claire und Aurel stemmen sich gegen die Situation und planen ein illegales Live-Konzert.

Die Jury, bestehend aus 3sat/Arte-Redakteurin Margrit Schreiber-Brunner, Regisseur Anatol Schuster und Ernst Szebedits (ehemaliger Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung), lobte die Atmosphäre des Films, mit der die Sehnsucht nach Widerstand besonders zur Geltung komme. Trotz der kühl gezeichneten Charaktere inszeniere die Regisseurin mit großer Spannung und mit Bildern von faszinierender Ästhetik.

Besonders die gelungene Verbindung von Musik und Filmdramaturgie überzeugte die Jury: „Es ist die herausragende Musikkomposition, die hier eine große Kraft entwickelt und als Teil der filmischen Handlung die Bildebene tatsächlich ergänzt und kunstvoll erweitert. Dies ist als besonderes Verdienst der Musikerin und Koproduzentin Rike Huy hervorzuheben“, heißt es in der Jurybegründung. LIVE sei ein mutiger, ambitionierter Erstlingsfilm, der Impulse für experimentierfreudiges Filmschaffen setze.


Den Preis für den besten regionalen Kurzfilm geht an David Dybeck. In seinem Spielfilm Nachtschicht will der übermüdete René nichts lieber als ins Bett. Doch seine Arbeitsschicht in der Trinkhalle und eine verheißungsvolle Party lassen den langersehnten Schlaf in weite Ferne rücken. Arte-Redakteurin Catherine Colas und die beiden Regisseure Rolf Siber und Daniel Popat lobten die gesellschaftliche Debatten zwischen Testosteron-Gehabe und täglichen Nervenzusammenbruch, die in dem Kurzfilm geführt werden. Dybeck darf sich über 1.000 Euro Preisgeld freuen. Lobende Erwähnungen erhielten Sinkende Schiffe von Andreas Kessler und Wie erkenne ich einen Mann/eine Frau auf den ersten Blick – Rikes Tutorial von Rike Suhr.

Der LICHTER-Kurzfilmpublikumspreis powered by Journal Frankfurt

Der Kurzfilmpublikumspreis hat dem Publikum von LICHTER-On-Demand die Möglichkeit gegeben, per Online-Voting ihren persönlichen Kurzfilm-Favoriten zu küren. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und geht in diesem Jahr an Die Vergänglichkeit des Bernd Hasselhuhn. In dem Achtminüter erzählt Regisseur Max Rainer von Bernd Hasselhuhns absurd-übertriebener Angst vor dem Altern. Restmüll (R: Merlin Heidenreich) und BASHE! (R: Aurelia Natalini) als zweit- und drittbeliebteste Filme erhalten tolle Preis-Pakete von Journal Frankfurt. 


Der 4. VR Storytelling Award

Der LICHTER VR Storytelling Award geht in diesem Jahr an Aripi von Dmitri Voloshin. Bereits zum vierten Mal präsentierte das Festival narrative und dokumentarische 360-Grad-Filme in dem international ausgeschriebenen Wettbewerb. Die fünf Finalist*innen wurden von einer Jury bestehend aus VR-Regisseurin Ioana Matei (Procter & Gamble / Reality+)Susanne Ahmadseresht (Vrtual X / next.Reality Hamburg) und Kirsty van der Plas (VR Days Europe) aus über 70 Einreichungen ausgewählt. Die Zuschauer*innen konnten sich die VR-Filme über die LICHTER-Webseite in Zusammenarbeit mit VRdirect ansehen.

Initiative Zukunft Deutscher Film

Die zweite Ausgabe des Kongresses „Zukunft Deutscher Film“ findet nun im Herbst 2020 statt. Bis dahin halten die Initiatoren des Kongresses ihre Füße aber nicht still. Zu LICHTER-On-Demand startete eine Podcastreihe, die sich um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Filmbranche dreht, die Bedrohung des Kinos durch Populismus und Rechtsextremismus thematisiert und mögliche Reformen im Zuge der Novellierung des Filmfördergesetzes im Jahr 2022 bewertet. 

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