27.04. ‐ 02.05.2021

8 Fragen an Ilker Çatak

Regisseur von „Räuberhände"

  1. Ich bin …

Ilker Çatak, 37 Jahre alt und aufgewachsen in Deutschland als Sohn von Einwanderern aus der Türkei.

2. Was war Ihre Inspiration für Ihren Film über Freundschaft?

Mich hat der Roman von Finn Ole Heinrich inspiriert. Er ist eine Liebeserklärung an die Unsicherheiten des Jungseins, ans Lebensgefühl nach dem Abitur, an meine große Hassliebe Istanbul.

3. Das Thema der diesjährigen LICHTER Ausgabe lautet „Wandel. Welches Thema kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Wandel denken?

Ich denke daran, das nichts im Leben gewiss ist, außer, dass alles immer in Bewegung ist.

4. Gibt es etwas, was Sie schon immer mal machen wollten, aber nie getan haben?

Ich wollte schon immer eine lange Reise mit dem Bulli in den Süden machen; ohne Telefon und Laptop, dafür aber mit alten Straßenkarten, einem Surfbrett und vielen guten Büchern.

5. Warum sind Sie Filmemacher?

Für mich ist Filmemacher ein Beruf, der meinen Blick auf das Leben schärft.

6. Das Kino hat im letzten Jahr einen beispiellosen Wandel erfahren. Wie wird diese Erfahrung die Zukunft des (deutschen) Films beeinflussen und welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf Sie?

Ich weiß es natürlich nicht, aber ich bin ein hoffnungsloser Romantiker und glaube daran, dass Kino immer fortbestehen wird.

7. Meine liebste Filmszene aller Zeiten ist…

aus Magnolia (1999, Paul Thomas Anderson). Wenn die Frösche vom Himmel fallen und das Ensemble anfängt, gemeinsam zu singen.

8. Wenn Sie mit jedem Menschen auf der Welt einen Film machen könnten, mit wem würden Sie arbeiten und um welches Thema würde es gehen?

Ich würde gerne einen Film mit Kevin Spacey drehen. Spacey ist ein Schauspieler, den ich für seine Kunst bewundere. Gleichzeitig ist er ein Mann, der nicht mehr arbeiten darf, weil er seine Machtposition ausgenutzt und andere Menschen verletzt hat. In dem Film würde er sich selbst spielen, es würde um #metoo gehen und er würde nicht gut wegkommen.