8 Fragen an „LIVE"-Regisseurin Lisa Charlotte Friederich und Produzentin Rike Huy

Die Schauspielerin Lisa Charlotte Friederich ist Regisseurin und Autorin des Drehbuches ihres ersten Langspielfilms "LIVE". Gemeinsam mit der Musikerin Rike Huy, welche zusätzlich auch die Musik des Films verantwortet, übernimmt Lisa Charlotte Friederich die Produktion. 

Der an mehreren Frankfurter Schauplätzen gedrehte Langspielfilm "LIVE" erzählt von einer von Terror bestimmten Welt, in der öffentliche Versammlungen verboten sind und das kulturelle Leben nur noch virtuell möglich ist. 

1. Wohnort: Frankfurt am Main

2. Was hat Sie dazu bewogen, einen Film über eine von Terror bestimmte Welt zu drehen, in der öffentliche Versammlungen verboten sind und das kulturelle Leben nur noch virtuell möglich ist?

Durch die Anschläge auf das Bataclan in Paris, den Weihnachtsmarkt am Breitscheidtplatz oder die jüngsten Terroranschläge in Hanau spüren wir, wie fragil unser öffentliches Leben ist. Als Schauspielerin und Musikerin lieben wir den Moment von Zusammenkunft auf der Bühne und im Zuschauerraum sehr. Dieser gemeinschaftliche Moment ist unersetzbar. Von der Gefahr, in der diese Gemeinschaft schwebt, zu erzählen, war die Ursprungsidee hinter dem Setting von LIVE. Dass Corona uns diese Gemeinschaft aus anderen Gründen nehmen würde, hätten wir nie erwartet.

3. Das Schwerpunktthema beim 13. LICHTER Filmfest lautet „Macht“. Ihre erste Handlung, wenn Sie die Macht erlangen würden, wäre...?

In unserem Film ist es ein gesichtsloser Terror, der das öffentliche Leben auslöscht. Jetzt gerade ist es ein gesichtsloses, unsichtbares Virus, das die Welt zum Stillstand bringt. Als frisch an die Macht gekommene Wonderwomen würden wir uns als erstes dieses Virus vorknöpfen, es zerlegen, seinen Bauplan an die Wissenschaftlerinnen weitergeben und am Abend einen Impfstoff haben, mit dem wir übermorgen die ganze Welt beliefern - kostenlos. Und dazu ein Glas Champagner.

4. Welche Bedeutung hat die Kinoleinwand für Sie?

Im Kino versammeln sich Menschen in einem dunklen Raum, um dort etwas zu erleben, das ihnen etwas über sie selbst und ihr Leben erzählt. Wir lieben diesen Vorgang und sind der Überzeugung, dass wir uns alte und neue Geschichten immer wieder erzählen müssen. Einerseits damit wir uns klar machen, dass wir so besonders nicht sind mit unseren Gefühlen, Nöten und Wünschen. Alles das hat es schon vor uns gegeben. Und andererseits damit wir neu verstehen, dass diese Gefühle, Nöte und Wünsche doch alles sind, was unser Leben auf diesem Planeten ausmacht.

5. In wem sehen Sie die Zukunft des deutschen Films?

In den Schlangen vor den Kinos, sobald die Kinos wieder aufmachen dürfen.

6. Mein größter Erfolg war ...

…unseren Film LIVE von Anfang bis Ende zu entwickeln, zu finanzieren, zu drehen, ihn abzuschließen und im ausverkauften Kinosaal damit in Saarbrücken Premiere zu feiern.

7. Wenn ich nicht beim Film gelandet wäre, würde ich wahrscheinlich ...

… beim Geheimdienst arbeiten (Lisa), Brennholz stapeln in Kanada (Rike).

8. Meine liebste Filmszene aller Zeiten ist ... 

… die Odessa-Treppenszene aus „Panzerkreuzer Potemkin“ (Lisa), Bathroom-Dance aus „Joker“ (Rike)

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