18.04. ‐ 23.04.2023

8 Fragen an...André Rößler

Regisseur von Demnächst auf VHS

1. Ich bin…

André Rößler, 47 Jahre alt, Filmemacher, Musiker und Gesangslehrer.

2. Was war Ihre Inspiration für Ihren Film über Videotheken und VHS-Filme?

Mein Film Demnächst auf VHS ist ein Herzensprojekt! Die Videothek war in meiner Jugend ein Ort der Begegnung mit gleichgesinnten Filmfans - die sich dort zum stundenlangem Plausch über Filme trafen. Andere Jugendliche waren im Jugendclub oder Fußballverein – ich war jeden Tag in der Videothek. Die bunten Videocover und Filme katapultierten mich sofort in eine andere Welt. Heute steht Video und VHS für mich für ein Lebensgefühl, das in der heutigen Zeit immer mehr verloren geht. Genau dieses Gefühl möchte ich mit Demnächst auf VHS transportieren.

3. Das Thema der diesjährigen LICHTER Ausgabe lautet „Freiheit“. Welches Thema kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Freiheit denken?

    Die Freiheit, dass heutzutage jeder in der Lage ist Filme zu machen. Die Kamera ist schon im Smartphone enthalten und das passende Schnittprogramm kostet heute so gut wie nichts mehr.

      4. Wenn Sie in diesem Moment die Freiheit hätten, zu tun, was Sie wollen, was wäre das?

      Ich würde eine Videothek eröffnen, in der man nur die Videofilme der 80er Jahre auf VHS ausleihen kann. Natürlich mit Teppichboden, Schlüsselanhängern unter den Filmen und „nicht zurückspulen“ kostet 1 Mark!

      5. Warum sind Sie Filmemacher?

        Nachdem ich 1984 Gremlins im Kino gesehen habe, wollte ich auch unbedingt Puppen und kleine Monster für Filme bauen. Jahrelang hab ich im Keller kleine Monsterpuppen gebastelt und wusste, dass ich „wenn ich groß bin“ unbedingt zum Film möchte.

        6. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des deutschen Films?

          Ich wünsche mir mehr Vielfalt - Warum nicht mal gute Horror-, Action- oder Ninja-Filme aus Deutschland?!

          7. Meine liebste Filmszene aller Zeiten ist…

            Wenn in meinem Lieblingsfilm Assault on Precinct 13 von John Carpenter die ikonischen Synthesizer-Klänge der Titelmusik einsetzen.

            8. Wenn Sie mit jedem Menschen auf der Welt einen Film machen könnten, mit wem würden Sie arbeiten und um welches Thema würde es gehen?

              Ich würde einen Dokumentarfilm über meinen früheren Tischtennis-Doppelpartner Klaus Steinmetz machen. Klaus wurde vom Verfassungsschutz als V-Mann in die RAF eingeschleust, die dadurch zu Fall gebracht wurde. Heute lebt er an einem nicht bekannten Ort, mit neuer Identität.

              Also: „Klaus - melde dich, dann drehen wir den Film! Du bekommst dann auch dein „Sisters of Mercy“ Album zurück, das du mir vor 29 Jahren ausgeliehen hast!“