2017

Schirmherrin

© Dieter Mayr

Doris Dörrie

Im LICHTER Jubiläumsjahr übernimmt mit Doris Dörrie eine der erfolgreichsten deutschen Regisseurinnen die LICHTER Schirmherrschaft – und die ist außerdem auch ein echtes Multi-Talent. Sie führt Regie, produziert, unterrichtet und schreibt Bücher. Ihre Filme, wie Männer, Ich und Er, Bin ich schön?, Kirschblüten – Hanami und Glück, sind Kassenschlager die zeigen, welches Potenzial im deutschen Kino steckt. Dabei sind sie alles andere als gewöhnlich. In ihren Geschichten bricht Dörrie mit Tabus und bringt uns dazu, zwischen den Zeilen zu lesen. Ihr Thema ist das Zwischenmenschliche, aus dessen vermeintlicher Alltäglichkeit sie subtil das Besondere herauskitzelt. Egal ob es das Thema Liebe im Alter betrifft oder die Frage, wie weit wir für eine andere, geliebte Person gehen würden, Dörries Figuren leben für den Augenblick. Der emotionale Ausnahmezustand schwingt dabei permanent mit. Nicht selten brodelt es gewaltig unter der scheinbar so gewöhnlichen Oberfläche, bis es schließlich zum unausweichlichen „Knall“ kommt. Genau das ist es, was die Filmemacherin nach all den Jahren noch immer antreibt, wie sie in Interviews gerne verrät. 

Die Liebe zum Film entdeckte Doris Dörrie schon früh. Nach der Schule zog es sie 1973 in die USA, wo sie zunächst in Kalifornien und später in New York Film studierte. Zurück in Deutschland schrieb sie sich 1975 an der Hochschule für Film- und Fernsehen ein. Parallel arbeitete sie als Redaktionsassistentin und Filmkritikerin für die Süddeutsche Zeitung. Mit dem ursprünglich als WDR-Fernsehproduktion geplanten Film Mitten ins Herz gelang Dörrie schließlich der Durchbruch. Die Geschichte um die 22-jährige Kassiererin Anna Blume mit Beate Jensen und Josef Bierbichler in den Hauptrollen beeindruckte so sehr, dass sie kurzerhand bei den Filmfestspielen von Venedig über die Leinwand flimmerte und beim Filmfestival Max Ophüls-Preis den Publikumspreis sowie einen Förderpreis abräumte. Ihre beiden Filmkomödien Männer (1985) und Ich und Er (1988) machten sie in Deutschland schließlich endgültig bekannt. 

Seit 1997 unterrichtet Doris Dörrie als Professorin für Angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Außerdem hat sie verschiedene Sachbücher, Romane und Kinderbücher veröffentlicht. An der Staatsoper Berlin inszenierte sie verschiedene Opern, darunter Cosi fan Tutte, für deren ungewöhnliche Inszenierung sie von Kritikern und Presse hochgelobt wurde. Wir freuen uns sie anlässlich des 10. LICHTERFilmfests in Frankfurt begrüßen zu dürfen. 

Doris Dörrie präsentierte am 29. März ihren Film Grüße aus Fukushima.

Jury Internationaler Langfilm

Niko Apel

Niko Apel wurde am 15.12.1978 in Frankfurt am Main geboren. Während seiner Schulzeit arbeitete er als Filmvorführer in einem Frankfurter Programmkino und begann erste Kurzfilme zu drehen. Von 2002 bis 2007 studierte er Dokumentarfilmregie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sein Abschlussfilm Sonbol wurde unter anderem mit dem „First steps award“, sowie dem „Grimmepreis“ ausgezeichnet. Es folgten weitere abendfüllende Dokumentarfilme wie Von Kindern (ZDF 2010)Freispielen (arte 2012) und On the road mit Socrates (arte 2014), die auf nationalen wie internationalen Festivals viel Beachtung fanden.

Nicole Baum

Geboren in Stuttgart lebt Nicole Baum seit 1994 in Frankfurt am Main. Nach einem Studium der Romanistik und Germanistik in Straßburg, Freiburg und Berlin sowie einem Zeitungsvolontariat arbeitete sie als freie Autorin für Print, Radio und Fernsehen. Seit 2001 ist Baum Redakteurin bei ZDF/3SAT in Mainz. Dort betreut sie Kino-Dokumentarfilme in der 3sat Filmredaktion, u.a. die Filme Arteholic von Hermann Vaske und Endstation der Sehnsüchte von Sung Hyung Cho, die beide auch bei LICHTER gezeigt wurden.

Betty Berr & Rainer Wothe

Betty Berr inszenierte als Theaterregisseurin zahlreiche zeitgenössische, häufig musikalische Theaterstücke. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin für Film und Fernsehen, hat sie immer wieder auch Auftritte im Theater. Unter ihren Rollen sind besonders jene in Le terre au ventre von Tony GatlifNo man's land von Alain Tanner oder France Tour Detour2 enfants von Jean-Luc Godard zu erwähnen. Zusammen mit Rainer Wothe leitet sie seit über 20 Jahren das Cinéma de Contis und das Festival international de Contis. 

Rainer Wothe hat als Bühnenbildner mit vielen Theaterregisseuren und Choreographen wie Ion Omesco und Régis Obadia zusammengearbeitet. Er ist zudem Produzent der darstellenden Kunst und für Kurzfilme und arbeitete mit Hanna Schygulla über Texte wie von Jean-Claude Carrière. Als Gründer der Vereinigung A Contis ist er als Botschafter kultureller Diversität für internationale Partnerschaften zuständig.

Jury Regionaler Langfilm

Numan Acar

Numan Acar ist ein deutscher Schauspieler und Filmproduzent türkischer Herkunft. Er ist als Produzent spezialisiert auf deutsch-türkische Produktionen. Als Schauspieler hat er in diversen türkischen und deutschen Produktionen mitgespielt. Numan Acar ist Gründer der Filmproduktion Acar Entertainment, 2007 arbeitete er als Produzent an der türkischen Serie Menekse Ve Halil, die in Berlin gedreht wurde. 2014 erhielt er den Hessischen Filmpreis in der Sparte Drehbuch für Weihnachten unterm Halbmond.

Mischka Popp

Mischka Popp studierte an der Hochschule für Musik und Theater. Anschließend arbeitete sie an verschiedenen Theatern der BRD und der Schweiz. Seit 1973 arbeitet sie zusammen mit Thomas Bergmann. Gemeinsam entwickeln und produzieren sie von FS-Formaten im Bereich Bildung und Sozialpolitik. Für ARD und ZDF drehte Mischka. Ihre Themen: Land, Provinz, deutscher Alltag. 1983 folgte die Gründung der Firma PILOTFILM GmbH. Zu Mischkas Arbeiten zählen: Mazel Tov (2009), Augenlied (2003), Kopfleuchten (1998), Herzfeuer (1993), Die potemkinsche Stadt(1988), Higgs (2000), 90 Jahre plus (2006), Der Rauch der Träume (2007). Mischka Popp wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen und Preise geehrt, darunter der Hessische Filmpreis, der Grimme Preise, der Kulturpreis des Landes Hessen, die Goethe Plakette, der Robert Geisendörfer-Preis, der Deutsche Sozialpreis, der Ökomedia-Preis, der Premiere-Preis, der Öngören Preis für Demokratie u. Menschenrechte, der 1.Preis Jewish Film Festival Berlin, der Prix Leonardo sowie Awards verschiedener U.S. Filmfestivals. Mischka Popp lebt als Autorin und Filmemacherin in Frankfurt am Main.

Reza Brojerdi

Der Schauspieler und Produzent Reza Brojerdi ist 1983 im Iran geboren und lebt seit seinem zweiten Lebensjahr in Deutschland. Aufgewachsen in Melle, Niedersachsen, zog er als Teenager mit seiner Familie nach Bielefeld. 2006 zog er nach Berlin, wo er seitdem wohnt.

Brojerdi spielte diverse Rollen, unter anderem in der Fernsehserie Notruf Hafenkante sowie in mehreren Filmserien wie Unter Verdacht neben Senta Berger und Ulrich Tukur. Ende 2011 drehte er einen Kölner Tatort neben Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. 2015 ist er in der US-amerikanischen Fernsehserie Homeland zu sehen, wo er in Staffel 5 die Gastrolle Hanif spielt.

Neben seiner Schauspielerkarriere ist Brojerdi auch als Produzent tätig. Mit seiner Firma “Ventaro Film”produzierte er seinen ersten Spielfilm Schneeflöckchen, der 2017 erscheint. Der zweite Film des Produzenten Das letzte Mahl befindet sich gerade in der Postproduktion und wird dieses Jahr beendet. Derzeit arbeitet Brojerdi an weiteren Projekten.

​Pepe Danquart

Pepe Danquart drehte Ende der 60er Jahre seine ersten Super-8-Filme. 1977 war er Mitgründer der Medien-Werkstatt Freiburg (MWF). In diesem Filmkollektiv entstanden 1978 bis 1991 mehr als 30 Dokumentarfilme, an denen er sich als Autor, Regisseur und Produzent beteiligte u. a. Passt bloss auf (1980) und Geisterfahrer – Eine utopische Kolportage (1985), die zahlreiche Auszeichnungen auf internationalen Festivals bekamen. Für Schwarzfahrer (1994) erhielt Pepe Danquart u. a. den Oscar® für den Besten Kurzfilm. Sein Film Nachsaison (1994-1997) erhielt u. a. den Deutschen Filmpreis für den Besten Film, den Friedensfilmpreis der Berlinale sowie den Grand Prize des San Francisco Filmfestival. Mit ihm festigte Danquart seinen Ruf als international bedeutender Regisseur. Neben zahlreichen prämierten Dokumentationen, zu denen auch die Sport-Trilogie Heimspiel (1999)Höllentour (2004) und Am Limit (2005-2007), drehte der aus Singen stammende Regisseur seit den 90er Jahren auch zahlreiche fiktionale Filme, wie Deadalus (1991)Mörderinnen (2001)Semana Santa (2002) und Basta, Rotwein oder Totsein (2004). Außerdem inszeniert Danquart seit 1995 Musikvideos und seit 2005 auch erfolgreiche Commercials. Im August 2006 feierte seine erste Bühnenarbeit, Human Voices im Berliner Tipi Premiere. Im Februar 2008 gründete zusammen mit Susa Kusche, Andrea Roman und Uwe Spillerer die Produktionsfirma “bittersuess pictures GmbH”. Ihre erste Produktion SHAHADA der Diplomfilm von Burhan Qurbani schaffte es auf Anhieb in den internationalen Wettbewerb der Berlinale 2010. Im Herbst/Winter 2012/13 drehte Danquart mit bittersuess pictures Lauf Junge, lauf! eine deutsch-französische Ko-produktion.

Jury Regionaler Kurzfilm

Robert Hertel

Robert Hertel ist Producer aus Frankfurt am Main. Er ist Gründungsmitglied von ’Goldhamster Film‘ und produziert seit 2009 erfolgreich Kurzfilme und Dokumentationen. Auch Image- und Werbefilme gehören in sein Portfolio. Seit einigen Jahren arbeitet er vermehrt im Spielfilmbereich und betreut als Motivaufnahmeleiter und Produktionsleiter TV- und Kinoproduktionen in Hessen (u.a. Ein Atem, „Jugend ohne Gott, Tatort und Taunuskrimi).

Sylvie Hohlbaum

Die gebürtige Frankfurterin Sylvie Hohlbaum, lebt und arbeitet in Hamburg als freie Autorin, Regisseurin und Dozentin für Non-Fiction Filme. Schon während des Filmstudiums an der HfG in Offenbach waren ihre Filme von genauem Hinsehen und subtilem Humor geprägt. Ihr Augenmerk richtet sie dabei auf soziologische Phänomene und Subkulturen.
Zu ihren bekanntesten Filmen zählt der vielfach preisgekrönte Kurzfilm Beige, über die Neigung älterer Menschen zur Farbe Beige, der erst auf den zweiten Blick eine selbstironische Generationen-Studie ist. Sylvie Hohlbaum spielt gelegentlich aber auch mit der Beobachtungsgabe der Zuschauenden, fordert sie auf, selbst genau hinzusehen und zu prüfen, ob das Erzählte auch wirklich der Wahrheit entspricht.

Christel Schmidt

Ihre Liebe zum Film hat sie zum Fernsehen gebracht. Nach einem Volontariat in der der Kulturredaktion des Hessischen Rundfunks arbeitet Christel Schmidt viele Jahre als Filmkritikerin, später als Redakteurin und Regisseurin für unterschiedliche Formate, Genres und Sender (hr, 3sat, ARD). Als Autorin dreht sie zahlreiche Dokumentarfilme und wird für Die großen Kriminalfälle – Familienbande mit dem Regino-Preis ausgezeichnet. Von 2011 bis 2015 leitet sie die hr-Filmförderung und bringt ihre Begeisterung für Film mit der für Filmschaffende zusammen. Im Rahmen des Hessischen Film – und Kinopreises verantwortet Christel Schmidt den Hessischen Fernsehpreis (Beste/r Schauspieler/in).

Jury Virtual Reality Storytelling

Ralph Benz

Ralph Benz arbeitet seit rund 22 Jahren als TV-Redakteur, mit Fokus auf IT-Technik-Themen. Der ausgewiesene Geek und Nerd war u. a. für die bekannte Computersendung neues auf 3sat verantwortlich, arbeitete für das Computer-Spiele-Kultur-TV-Magazin Pixelmacher und war verantwortlich für das E-Sports-Magazin FTW auf ZDFKultur. Neben seiner aktuellen 2D-TV-Arbeit für die 3sat-Magazine nano und Scobel beschäftigt er sich seit mehreren Jahren mit dem Thema VR/AR. Bei ZDF/3sat ist er in einer 360°-Video-Entwicklungs-Gruppe tätig.

Eckart Köberich

Eckart Köberich ist seit Februar 2017 Head of VR bei ZDF Digital. Von Ende 2014 bis Januar 2017 leitete er das 360° und VR-Entwicklungsprojekt für das Zweite Deutsche Fernsehen. In dieser Zeit entstanden über dreißig ZDF 360°-Produktionen sowie VR-Plattformen für IOS, Android, Google Daydream und die Webplattform vr.zdf.de. Die 2016 geschaffene ZDF Digital VR Unit produziert 360°-Filme, interaktive Virtual Reality Anwendungen und fördert die Erforschung des neuen Mediums VR; so auch mit der diesjährigen VR Konferenz und VR Messe im Rahmen des LICHTER 10. Filmfests.

Marco Heutink

Marco Heutink ist User Experience-Designer für Virtual Reality-Projekte bei Cheil. Er entwirft fesselnde, immersive Welten in virtueller Realität durch die geschickte Kombination von intuitiver Interaktion und 360°-Storytelling. Im Jahr 2015 co-produzierte er die VR-Videoserie VR the Future für Samsung. Er war Lead Creative für die Award-gewinnende VR-Video-Plattform „Samsung DISCOVR“, die im September 2016 erstmals online ging.

Kay Meseberg

Kay Meseberg studierte Politikwissenschaften an der Universität Potsdam und schloss mit Diplom ab. Nach Stationen bei der ARD-Sendung Polylux, Reportertätigkeit für verschiedene ARTE-Formate und die 3sat-Sendung Foyer war er lange Jahre Online-Redakteur und TV-Autor für das investigative ZDF-Magazin Frontal21. Parallel zu seiner TV-Laufbahn war Meseberg seit Ende der 90er Jahre auch an der Konzeptionierung und Realisierung vieler Online-Projekte wie polylog.tv für Polylux und berlinfolgen.de zusammen mit der taz und 2470media beteiligt. 2013 wechselte er zu ARTE, wo er am Aufbau des Themenangebots ARTE Future beteiligt war. Seit dem Erfolg des Projekts Polar Sea 360° beschäftigt sich Meseberg mit der Umsetzung von Inhalten in 360°-Videoperspektive und Virtual Reality. Weiterhin war er in die Konzeptionierung und die redaktionelle Betreuung vieler erfolgreicher, innovativer Web-Formate wie ScrollDocs und WebDokus – involviert. Für seine Arbeit hat Meseberg zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter drei Grimme Online Awards, den Deutschen Reporterpreis, den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis und einen LEAD Award.

Astrid Kahmke

Astrid Kahmke leitet seit 2012 das First Movie Program im Bayerischen Filmzentrum, initiierte 2015 den „Immersive Storytelling 360° Hackathon“ und leitet das „VR Creators’ Lab“. Seit Oktober 2016 kuratiert sie die internationale Konferenz „i4c“, die sich mit Content Creation for Virtual Worlds befasst. Am 6. April findet die nächste „i4c – Spring into 360°“ in München statt.

Jury LICHTER Art Award

Saul Judd

Saul Judd, (geb. 1963 in Brasilien) freier Kurator in Frankfurt, ist verantwortlich für die Videokunst-Sektion des LICHTER Filmfest Frankfurt International. Im Rahmen des Festivals konzipierte er Ausstellungen mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Keren Cytter und Mike Bouchet, bis er 2011 den LICHTER Art Award initiierte. Seine aktuellen Projekte sind BLANK SLATE, eine Publikation über Kunst, Architektur und Design, und seit Januar 2016 SCHAUT!, eine Ausstellungsreihe im MAL SEH’N Kino in Frankfurt zusammen mit dem Film- und Kinomacher Gunter Deller.

Olaf Stüber

Olaf Stüber ist Galerist, Kurator und Herausgeber für zeitgenössische Kunst und Film. 2008 gründete er zusammen mit Ivo Wessel die internationale Plattform Videoart at Midnight im Babylon Kino in Berlin. Darüber hinaus hält er Vorträge und gibt Workshops insbesondere über Künstlerfilme und videos, kuratiert Programme für Institutionen, Messen und Festivals. Er war Mitglied in der Jury des Videokunstförderpreis Bremen 2009, des Dokumentar- und Videofest Kassel 2012, der Videonale im Kunstmuseum Bonn 2013, dem EMAF – European Media Art Festival Osnabrück 2015 und zuletzt beim Filmwinter 2017 in Stuttgart.

Mathilde ter Heijne

Mathilde ter Heijne (geb. 1969 in Straßbourg, Frankreich) lebt als Künstlerin in Berlin und ist seit 2011 Professorin für Visual Art/Media, Installation und Performance an der Kunsthochschule Kassel. Ihr Kunststudium absolvierte sie in den Niederlanden an der der Stadsacademie in Maastricht und der Rijksacademie in Amsterdam. Mathilde ter Heijnes künstlerische Praxis liegt ein feministisches Denken zugrunde, das sie mit ihrem Interesse an der historischen Verfasstheit gesellschaftlicher Minderheiten und gegenwärtigen Machtstrukturen verknüpft. Ihre Installationen, Performances und Videos waren in zahlreichen nationalen wie internationalen Ausstellungen wie dem Haus am Lützowplatz, dem Museum für Neue Kunst Freiburg, dem Lentos Kunstmuseum Linz, der Kunsthalle Nürnberg, dem Stedelijk Museum Amsterdam oder dem Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich zu sehen.

2016

Schirmherr

Edgar Reitz

Edgar Reitz ist Filmemacher, Autor und Hochschullehrer. Geboren und aufgewachsen in Morbach im Hunsrück, studierte Reitz Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft in München. Seit 1957 arbeitet er als Kameramann und Regisseur. Am „Instituts für Filmgestaltung“ an der Hochschule für Gestaltung in Ulm (der ersten Filmschule der BRD) lehrte Reitz acht Jahre lang Regie und Kamera. Sein erster Spielfilm Mahlzeiten, der heute zu den prägenden Werken des „Jungen Deutschen Films“ zählt, wurde 1967 bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet. Seit Mitte der 1970er Jahre veröffentlichte Reitz zahlreiche Texte und Arbeiten zur Filmtheorie und Filmästhetik, aber auch Erzählungen, Essays, Lyrik und literarische Fassungen seiner Filme. 1995 folgte die Gründung des „Europäischen Instituts des Kinofilms, EIKK“ in Karlsruhe, das er bis 1998 leitete. Seit 1994 ist er Professor für Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Zu seinen wichtigsten Filmen zählen: Cardillac, Die Reise nach Wien, Der Schneider von Ulm, Stunde Null und die weltbekannte Heimat-Trilogie, die sich aus 31 abendfüllenden Einzelfilmen zu einem Jahrhundert-Epos zusammensetzt und mit über 54 Stunden Spieldauer zu den umfangreichsten erzählerischen Filmwerken der Filmgeschichte zählt. Gemeinsam mit seinem Sohn Christian Reitz gründete er außerdem die Firma Reitz & Reitz Medien in München. 

Nach zwei Jahren intensiver Vorarbeit, Recherche und Materialsammlung knüpft Edgar Reitz 2012 an Heimat an und dreht im Hunsrück die deutsch-französische Kino-Koproduktion Die andere Heimat, in der er eine Familiengeschichte im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Massenauswanderung aus Deutschland nach Nord- und Südamerika, erzählt. Der Film wird in Anwesenheit von Edgar Reitz 2016 bei LICHTER zu sehen sein.

Edgar Reitz ist Mitglied mehrerer Akademien, wie der Akademie der Künste Berlin, der Europäischen Film-Akademie und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Seine Filme wurden in der ganzen Welt mit Preisen und Ehrungen ausgezeichnet und von verschiedenen Universitäten Europas ehrenpromoviert. Dazu zählen u.a. der Goldene Ehrenlöwe der Biennale di Veneziasechs Bundesfilmpreise, vier Adolf-Grimme-Preise, Luchino-Visconti-Preis, Federico-Fellini-Award, Premio Opera d’Autore, Carl-Zuckmayer-Medaille, Staats-Kunstpreis Rheinland-Pfalz, Kultureller Ehrenpreis der Stadt München, Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste, Deutscher Fernsehpreis, „Kulturgroschen“ des Deutschen Kulturrates u.v.a. 2006 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Edgar Reitz lebt mit seiner Frau, der Sängerin und Schauspielerin Salome Kammer, in München.

Jury Internationaler Langfilm

Max Linz

Max Linz ist bei LICHTER alles andere als eine unbekannte Filmgröße: Der gebürtige Frankfurter und Wahlberliner zeigte hier mit Die Finanzen des Großherzogs Radikant (2011) und Ich will mich nicht künstlich aufregen (2014) junges politisches Kino. Für Furore sorgte der Kreativ-Provokateur auch mit der Webserie Das Oberhausener Gefühl (2012), in der er die Bedingungen künstlerischen Arbeitens mit spitzer Kamera untersucht. Linz studierte Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin und der Sorbonne Nouvelle Paris sowie Regie an der Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB).

Barbara Schweizerhof

Barbara Schweizerhof studierte Theaterwissenschaft, Slawistik und osteuropäische Geschichte an der Freien Universität Berlin. Nach ihrem Studium fand sie als Redakteurin der Wochenzeitung „der Freitag“ ihren Weg ins Feuilleton. Viele hunderttausend Zeichen später spezialisierte sie sich bei der Monatszeitschrift epd Film auf das bewegte Bild. Seither berichtet sie über die Werke der Coen Brothers und anderer Filmgrößen, über Cannes und Venedig genauso wie über die neusten Hits aus der Pixar-Disney-Fabrik. Als Jurorin hat sie bei Filmfestivals in Rotterdam, Karlovy Vary und Oberhausen ihren Blick für die besten internationalen Filme bewiesen.

Hermann Vaske

Hermann Vaske mischt als unkonventioneller Regisseur, Autor und Produzent die internationale Filmbranche auf. In seinen Filmen arbeitete er unter anderem mit Schauspielergrößen wie Dennis Hopper, Harvey Keitel, Sir Peter Ustinov und John Cleese. Bei Saatchi & Saatchi in London und im FCB Hamburg war er als Creative Director tätig. Für seine Filme und Werbeclips erhielt er zahlreiche Auszeichnungen; unter anderem den Grimme-Preis und einen Löwen in Cannes. Im vergangenen Jahr zeigte LICHTER seine Produktion Arteholic, in der uns Filmlegende und Kunstliebhaber Udo Kier auf eine Reise zu Europas besten Museen mitnimmt.

Jury Regionaler Langfilm

Stipe Erceg

Stipe Erceg ist als Schauspieler der Spezialist für zerrissene Typen: Mal impulsiv, mal kaputt, mal rebellisch, böse oder schräg. Auf sich aufmerksam machte Erceg als Der Typ (2003) mit einem Streifzug durch das Frankfurter Nachtleben. Seinen Durchbruch feierte er ein Jahr später in Die fetten Jahre sind vorbei. In Bernd Eichingers/Uli Edels Verfilmung von Der Baader Meinhof Komplex verkörperte er den RAF-Terroristen Holger Meins. 2010 war er neben Liam Neeson und Diane Kruger im Berlin-Thriller Unknown White Male zu sehen. Als Produzent verfolgt Erceg Projekte, die Film und Theater verbinden. Für sein Filmschaffen gewann er mehrere Preise, darunter den Förderpreis Deutscher Film, den Max-Ophüls-Preis und den Hessischen Filmpreis.

Nico Sommer

Nico Sommer studierte Spiel- und Dokumentarfilmregie und Visuelle Kommunikation in Kassel. Während des Studiums gründete er die Produktionsfirma suesssauerfilm. 2008 gab er mit Stiller Frühling sein Langfilmdebüt, das auf dem Dokfest Kassel ausgezeichnet wurde. In den folgenden Jahren drehte Sommer eine Reihe teils mehrfach preisgekrönter Kurzfilme sowie den Pseudodokumentarfilm Solokind (2010). Sommers Spielfilm Silvi (2013) feierte auf der Berlinale Premiere und erhielt beim Achtung Berlin Filmfestival den Preis des Verbands der deutschen Filmkritik. Sein Kinofilm Familienfieber (2014) wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem beim Max Ophüls-Filmfestival und war 2015 auch bei LICHTER zu sehen.


Linda Söffker

Linda Söffker arbeitete nach ihrem Studium der Kultur- und Theaterwissenschaften als Programm-Koordinatorin im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums. 1999 wechselte sie zur Berlinale, seit 2010 ist sie dort Leiterin der Sektion Perspektive Deutsches Kino. Daneben engagiert sie sich für Film-Events wie DOKU.ARTS und Newcomer. Sie ist regelmäßig Mitglied von Film- und Förderjurys. Hin und wieder ist Linda Söffker auch Autorin von Publikationen rund um Film und Kino (2006: Mitherausgeberin einer Monografie über Aki Kaurismäki).

Jury Regionaler Kurzfilm

Isabel Berghout

Isabel Berghout wurde 1987 in den Niederlanden geboren und wuchs in Frankfurt am Main zweisprachig auf. Während der Schulzeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Theater und spielte nach dem Abitur im Jugendclub vom Schauspiel Frankfurt. Von 2008 bis 2012 erhielt Berghout am Schauspielhaus Salzburg ihre Ausbildung und war in zahlreichen Theaterstücken zu sehen. Es folgten Engagements am Ernst-Deutsch Theater in Hamburg, am Theater Hof und am Theater in Bern. Seit 2011 arbeitet Isabel Berghout auch für Film und Fernsehen. Im Team der ZDF Krimiserie SOKO Wismar spielt sie seit 2014 die niederländische Polizistin Anneke van der Meer.

Lilli Kobbe

Die gebürtige Kölnerin ist schon seit 1996 im Hessischen Rundfunk beheimatet. Dort betreut sie als Redakteurin der Fernseh- und Spielfilm-Redaktion unter anderem den starken hessischen Tatort, den Mittwochsfilm und Kino-Koproduktionen. Besonders faszinierend ist ihr Gespür für herausragende regionale Hochschulfilme, die sie mehrmals im Jahr in der Reihe „frischfilm“ im hr-Fernsehen präsentiert. Dr. Lilli Kobbe studierte Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in Wien. Als Künstlerin stellt sie regelmäßig Malerei und Zeichnungen aus.

Hendrik Maximilian Schmitt

Hendrik Maximilian Schmitt wurde 1985 in Fulda geboren.Von 2005 bis 2013 studierte er Visuelle Kommunikation im Fachbereich Film an der Kunsthochschule Kassel. Sein Abschlussfilm Tschüss Papa wurde mit dem Goldenen Spatz und dem Studio Hamburg Nachwuchspreis für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. Schmitts Kurzfilme liefen weltweit auf über 100 Festivals und gewannen über 25 Preise und Auszeichnungen, darunter die Prädikate “Wertvoll” sowie “Besonders wertvoll” der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW). Seit seinem Abschluss arbeitet er für Film-, Web- und TV-Produktionsfirmen, u.a. für ZDF Enterprises und DCM Pictures. Zurzeit entwickelt er sein Langfilm-Debüt.

Jury LICHTER Art Award

Saul Judd

Saul Judd ist freier Kurator in Frankfurt. Er ist verantwortlich für den Videokunstteil beim LICHTER Filmfest Frankfurt International, dem LICHTER Art Award. Im Rahmen des Festivals konzipierte er zuerst Ausstellungen mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Keren Cytter und Mike Bouchet, bis er 2011 formal den LICHTER Art Award initiierte. Eines seiner letzten Projekte ist unter Anderem seine Mitwirkung bei Blank Slate, eine Publikation über Kunst, Architektur und Design, und seit Januar 2016, Shaut! eine Ausstellungsreihe im Mal Seh‘n Kino in Frankfurt, die zusammen mit dem Künstler Gunter Deller konzipiert wurde.

Vivien Trommer

Vivien Trommer ist eine Kuratorin und Autorin. 2015 war sie die selektierte Kuratorin der MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38, New York. Dort präsentierte sie Ausstellungen, inklusive Natural Flavor mit Kate Newby, Growing Horns mit Anna-Sophie Berger, und Zuzanna Czebatul’s US Debut Opus Sectile. Zusammen mit Mario Pfeifer produzierte sie #blacktivist, eine Videoarbeit in dem die Flatbush Zombies mitspielten. In 2014 kuratierte sie die Ausstellung Experience Economy (2014) am Salzburger Kunstverein. Zwischen 2012 und 2014 war sie in der Stellung als Kuratorische Assistentin an der Kunsthalle Wien engagiert. Trommer hat Artikel für Magazine und Zeitschriften wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frieze d/e und KubaParis geschrieben.

Fabian Schöneich

Fabian Schöneich ist Kurator am Portikus in Frankfurt am Main. Er ist als beratender Kurator für den Ausstellungsraum SALTS in Basel/Birsfelden, als Berater für den Focus, Frame und Live Bereich der Kunstmesse Frieze in London und New York tätig. Er realisierte zudem eine Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen u.a. für die Ursula-Blickle-Stiftung. Als Assistenzkurator an der Kunsthalle Basel zwischen 2012 und 2014 kuratierte er zweimal das Performance Projekt der Kunstmesse LISTE in Basel. Davor, in 2011 am Witte de With Center for Contemporary Art in Rotterdam, koordinierte er als Assistenzkurator die Ausstellung Melanchotopia und das assoziierte pädagogische Begleitprogramm.

Jury 2015

Jury Regionaler Langfilm

Christoph Thoke

Christoph Thoke ist Koproduzent unseres preisgekrönten Eröffnungsfilms 2014 Of Horses and Men und vieler weiterer Filme. Seine Produktionen wurden in den Wettbewerben von Cannes, Venedig und Berlin eingeladen sowie ausgewählt für den Wettbewerb für den Europäischen Filmpreis, die Golden Globes und den Oscar in der Kategorie Bester ausländischer Film. Er hat mit namhaften Regisseuren wie Jean-Pierre und Luc Dardenne zusammengearbeitet. Thoke ist mit seiner Produktionsfirma Mogador Film in der Rhein-Main-Region präsent.

© Nika Bakhia

Tatjana Turanskyj

Tatjana Turanskyj studierte Geisteswissenschaften in Frankfurt a.M. und ist seit 1999 im Performance- und Videobereich tätig. Als Mitglied des Performance-Filmkollektiv hangover ltd. drehte sie erfolgreich Filme; u.a. den in Oberhausen preisgekrönten Kurzfilm Remake. 2008 gründete Tatjana Turanskyj zusammen mit Jan Ahlrichs die Filmproduktion turanskyj & ahlrichs, die ihre nun folgenden Spielfilme Eine flexible Frau und Top Girl produziert hat. Beide Filme sind Teil der “Frauen- und Arbeittrilogie” und hatten ihre Premieren auf der Berlinale 2010 bzw. 2014. Turanskyjs aktueller Film Athen – Orientierungslosigkeit ist kein Verbrechen, den sie zusammen mit der Dokumentarfilmerin Marita Neher gedreht hat, befindet sich in der Postproduction. Zur Zeit erarbeit Turanskyj das Drehbuch für High Potential, den dritten Teil der “Frauen- und Arbeittrilogie”. Tatjana Turanskyj ist Mitbegründerin der Initiative ProQuote Regie einem Zusammenschluss von Regisseurinnen, die sich für u.a. eine Quote für die Vergabe von Regieaufträgen im Fernseh- und Filmbereich einsetzen, um mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Filmbranche zu erreichen.

Anne Ratte-Polle

Anne Ratte-Polle ist Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin. Nach einem Studium in Münster machte sie eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. An der Volksbühne Berlin arbeitete sie u.a. mit René Pollesch, Frank Castorf, Dimiter Gotscheff, Werner Schroeter und Herbert Fritsch zusammen. Ihre erste Kinohauptrolle hatte sie in Die Nacht singt ihre Lieder von Romuald Karmakar an der Seite von Frank Gierig. Zudem drehte sie mit Andreas Dresen (Willenbrock) und Nicolas Wackerbarth (Halbschatten). Zuletzt sah man sie auf der Berlinale in zwei Hauptrollen als Wanja (Regie: Carolina Hellsgård) und Sybille (Regie: Michael Krummenacher).

Jury Regionaler Kurzfilm

Martina Valentina Baumgartner

Martina Valentina Baumgartner, geboren 1974 in Frankfurt am Main, ist Art Director großer Filme wie Der Vorleser (2008), Barbara (2012) und Ich und Kaminski (2013). Legendär und unvergessen ist ihr LICHTER-Auftritt 2009 als Chefköchin der Freitagsküche an der Seite ihrer italienischen Mamma. Nun will sie in die Fußstapfen ihres Vaters Karl Baumgartner treten und als Produzentin die Filmbranche aufmischen.

Stefan Kriekhaus

Stefan Kriekhaus, geboren 1968 in Haan, wuchs in Gießen auf. Seit 1998 ist der Wahl-Berliner als freier Autor tätig, unter anderem als Co-Autor von Henner Wincklers Klassenfahrt (2002) und LuCy (2006). 2005 realisierte er seinen ersten Kurzfilm (Baden). Für seinen Kurzfilm Die Ruhe bleibt gewann er 2013 den Silbernen Bären der Kurzfilmjury im Wettbewerb der Berlinale.

Achim Forst

Achim Forst, geboren 1955, studierte in Berlin Germanistik, Publizistik und Musikwissenschaft. Nach einem Volontariat arbeitete er als freier Musik- und Filmkritiker. Ab 1977 war er als Film- und Musikjournalist tätig. Auch arbeitete er bei Filmfestivals wie der Berlinale und dem Filmfest München. Seit 1991 ist er Redakteur der Filmredaktion 3sat des ZDF. Dort realisiert er Dokumentationen, unter anderem über osteuropäisches Kino wie z.B. Russische Realitäten (2014). Er veröffentlichte das Buch „Breaking the Dreams – Das Kino des Lars von Trier“ und zwei Filme über den Dogma-Filmemacher.

Jury 2014

Schirmherr

Leander Haußmann

Regisseur Leander Haußmann ist nicht nur einer der Besten seiner Zunft, das diesjährige Schwerpunktthema des Festivals „Humor, Komik und Komödie“ ist seit seinem preisgekrönten Debütfilm Sonnenallee (1999) vor allem auch Haußmanns Paradedisziplin geworden.

Haußmann, 1959 in Quedlinburg geboren, beginnt seine Karriere als Theaterschauspieler in den 1980er Jahren, macht aber schon bald mit seinem Regietalent auf sich aufmerksam. 1995 wird er schließlich als Intendant an das Schauspielhaus Bochum berufen. Ein Jahr später steht er gemeinsam mit Til Schweiger und Heike Makatsch für Detlev Bucks Komödie Männerpension vor der Kamera. Doch auch beim Film verschlägt es ihn schnell auf den Regiestuhl und so ließ der Durchbruch als Filmemacher nicht lange auf sich warten:
Auf Sonnenallee folgen 2003 die Romanverfilmung Herr Lehmann und 2005 die Komödie NVA, in der Haußmann auch seine eigene Militärzeit in der DDR satirisch unter die Lupe nimmt. Haußmanns Rentnerkomödie Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus! aus dem Jahr 2009 erhielt von der FBW nicht nur das Prädikat „Wertvoll“, sondern wurde darüber hinaus mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet. Mit seinem als „Besonders wertvoll“ prämierten Hotel Lux konnte er zwei Jahre später an diesen Erfolg anknüpfen und ist sich auch bei seinem bisher letzten Film Hai-Alarm am Müggelsee (2013) seinem humoristischen Konzept treu geblieben.

Im Rahmen des Filmfestes zeigte Haußmann seine kontrovers diskutierte Tragikkomödie aus dem Jahr 2011 Hotel Lux über das Emigranten-Hotel im stalinistischen Moskau der 1930er Jahre (D 2011, mit Michael „Bully“ Herbig, Jürgen Vogel, Thekla Reuter).

Jury Langfilm

Jakob Preuss

Jakob Preuss, geboren 1975 in Berlin, ist ein in Berlin ansässiger Dokumentarfilmer. Er studierte Jura in Köln und Paris sowie Europäische Studien in Warschau. 2007/2008 arbeitete er für Reporter ohne Grenzen und seit 2011 ist er als Europareferent bei den Grünen im Deutschen Bundestag angestellt. Sein Dokumentarfilm The Other Chelsea, in dem er einen ukrainischen Fußballverein und dessen Anhänger porträtiert, gewann u.a. den Grimme-Preis 2012 und den Max-Ophüls-Preis 2011. Wir zeigen den Film dieses Jahr im Programm „Außer Konkurrenz“.

Hans Robert Eisenhauer

Hans Robert Eisenhauer, geboren 1945, ist unabhängiger Filmproduzent mit seiner Produktionsfirma Ventana in Berlin. Von 1991 bis 2005 war er stellvertretender Programmdirektor bei ARTE. Danach leitete er die Redaktion THEMA beim ZDF in Mainz, bis er 2011 nach Berlin ging, um wieder Filme zu produzieren. 2014 gewann er mit der Koproduktion des Films Return to Homs beim Sundance Film Festival den Preis in der Kategorie „World Cinema Grand Jury Prize: Documentary“.

Gaby Babić

Gaby Babić wurde 1976 in Deutschland geboren. Sie studierte in Frankfurt und Paris und machte ihren Master in Politikwissenschaft und Theater-, Film- und Medienwissenschaft. U.a. lehrte sie an Universitäten in Konstanz und Paderborn. Als Filmkuratorin arbeitete sie für verschiedene Festivals und Kulturinstitutionen. Seit 2010 ist Babić Direktorin von “goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden.”

Jury Kurzfilm

Toby Ashraf

Toby Ashraf arbeitet als freier Filmjournalist und Übersetzer in Berlin. Er schreibt u.a. für IndieWire, die TAZ, Jungle World, Revolver, Missy Magazine, Senses of Cinema, Sissy und Stil in Berlin. Daneben arbeitet er in unterschiedlichen Funktionen bei Filmprojekten mit und moderiert regelmäßig Filmgespräche, z.B. für das Forum der Berlinale.

Oona Lea von Maydell

Oona Lea von Maydell wurde 1985 in Possenhofen geboren und wuchs zunächst in München auf. Von 2007 bis 2013 studierte sie Malerei sowie Curatorial Studies an der Städelschule und der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie arbeitet als freischaffende Kuratorin und ist seit 2006 auch regelmäßig als Schauspielerin in Film und Fernsehen zu sehen.

Tidi von Tiedemann

Tidi von Tiedemann, geboren 1967 in Mainz, stieg 1993 bei PixelBits Medienproduktion als Produktioner ein und wechselte 1995 zur 4art GmbH in Mainz. 1997 begann er sein Studium an der Fachhochschule Mainz, Fachrichtung Mediendesign. Ab 2000 arbeitete er bei Red Beat Pictures GmbH in Berlin und ist momentan Geschäftsführer und Produzent bei Kontrastfilm in Mainz.

2013

Schirmherr

Volker Schlöndorff

Mit Volker Schlöndorff übernimmt ein Regisseur die Patenschaft für LICHTER, der sich für die deutsche Filmlandschaft stark macht und deren internationale Öffnung propagiert und lebt.

Schlöndorff, geboren und aufgewachsen in der Rhein-Main-Region, lebte unter anderem in Paris, New York und Berlin. Nach Lehrjahren bei Meistern wie Jean-Pierre Melville, Louis Malle, Alain Resnais und einer Zusammenarbeit mit Jean-Daniel Pollet schrieb er mit seinen eigenen Werken Filmgeschichte. Zu ihnen gehören „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Tod eines Handlungsreisenden“ oder „Die Blechtrommel“, für den er die Goldene Palme in Cannes und den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann.

Gemeinsam mit den Veranstaltern will der neue Schirmherr das Festival noch bekannter machen – auch über die Grenzen des Rhein-Main-Gebiets hinaus. Die Zusammenarbeit ist nicht nur für die sechste Ausgabe von LICHTER geplant, sondern auf einen längeren Zeitraum ausgelegt.

Jury Regionaler Kurz- und Langfilm

Florian Koerner von Gustorf

Florian Koerner von Gustorf ist Gründungsmitglied und Schlagzeuger der Berliner Band Mutter. Seit den frühen 1990er Jahren arbeitet er auch als Produktionsleiter und Filmproduzent. Er hat mehrere Filme von Christian Petzold, Angela Schanelec und Henner Winckler produziert. Außerdem war er auch als Darsteller vor der Kamera aktiv. So spielte er unter anderem den Serienkiller Lothar Schramm in Jörg Buttgereits gleichnamigem Machwerk Schramm.

Pia Marais

Pia Marais, geboren in Johannesburg, wuchs in Südafrika, Schweden und Spanien auf. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie zunächst Fotografie und Bildhauerei in London, Amsterdam und an der Kunstakademie Düsseldorf. Daran anschließend erhielt sie einen Studienplatz an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Ihr Spielfilmregiedebüt gabe 2007 sie mit Die Unerzogenen. Ihr zweiter Film Im Alter von Ellen mit Jeanne Balibar in der Hauptrolle feierte 2010 Premiere auf dem Filmfestival in Locarno. 

Für den in Südafrika spielenden Thriller Layla Fourie kehrte Pia Marais an den Ort ihrer Kindheit zurück. Der Film wurde 2013 in den Wettbewerb der 63. Berlinale aufgenommen und erhielt von der Internationalen Jury eine lobende Erwähnung.

Matthias Luthardt

Nach dem Studium der Germanistik, Romanistik und Rhetorik in Tübingen, Paris und Hamburg studierte Luthardt Filmregie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg und absolvierte die Masterclass für junge europäische Filmproduzenten in Ludwigsburg und Paris. Sein Erstlingsfilm Pingpong feierte 2006 Premiere bei der Internationalen Kritikerwoche „Semaine de la Critique“ in Cannes und wurde dort und auch auf weiteren internationalen Filmfestivals mit mehreren Preisen bedacht. Bei der Berlinale 2009 war Luthardt Juryvorsitzender in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ für den deutsch-französischen Preis Dialogue en perspective. Neben seiner Arbeit als Regisseur und Autor unterrichtet Matthias Luthardt an Filmschulen und Goethe-Instituten im In- und Ausland. 2011 begleitete er im Auftrag von Tom Tykwer und One Fine Day Films als Regie-Mentor die Stoffentwicklung und Dreharbeiten eines Kinofilms in Nairobi/Kenia. Luthardt ist Mitglied der Europäischen Filmakademie.

2012

Bettina Buchler

Direktorin Filmbewertungsstelle

Peter Dörfler

Regisseur

© Mirjam Knickriem

Anke Sevenich

Schauspielerin

Jury 2011

Maryam Zaree

Schauspielerin

© Laura Gerlach

Cyril Tuschi

Regisseur

Daniel Kothenschulte

Filmkritiker

Jury 2010

Astrid Rieger

Regisseurin

Christiane von Wahlert

Geschäftsführerin Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

Michael Wiedemann

Abteilungsleiter bei der Film- und Medienstiftung NRW und Leiter des Kinofests Lünen

Jury 2009

Rudolf Worschech

Chefredakteur EPD Film

Rembert Hüser

Filmwissenschaftler // Medienprofessor Goethe Uni Frankfurt

Martina Elbert

Regisseurin

Jury 2008

Birgit Lehmann

Regisseurin

Bahman Kormi

Kameramann

Sebastian Popp

Filmproduzent

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