Bernd – Operation Germanenkind
Cornelius Schwalm
Bernd hat seine eigene Abtreibung überlebt – und steht heute als Darsteller mit besonderem Betreuungsbedarf auf der Bühne eines Berliner Theaterkollektivs. Als die Gruppe ihr Stück über eine Nazi-„Wunderwaffe“ probt, kippt die eingeübte Inklusionsrhetorik in blanke Überforderung. Bernd beginnt sich für die Ideologien des Dritten Reichs zu begeistern und gibt völkische Parolen von sich. Die restliche Theatergruppe kann nur mühsam ihren Zorn zurückhalten. Als bei der Premiere des Stücks alles aus dem Ruder läuft, glaubt das Publikum zunächst an eine Inszenierung. Doch Bernd ist längst nicht mehr nur in einer Rolle.
Cornelius Schwalm erzählt die Eskalation als bitterböse Komödie: Zwischen Proben, Gruppengesprächen und ritualisiertem „Wir sind doch tolerant“ verschieben sich die Grenzen. Formal roh, kompromisslos und im Geist Christoph Schlingensiefs zeigt der Film die Mechanismen einer Gesellschaft auf, die an ihren eigenen moralischen Ansprüchen scheitert. Aus Offenheit wird Fassade, aus Widerspruch Spaltung. Ein Film, der Diskussion nicht illustriert, sondern auslöst – genau dort, wo es wehtut.
30. April 2026
20:45 Uhr, Elysee 2 im Festivalzentrum
Mehr Informationen
| Regie | Cornelius Schwalm |
| Land | Deutschland |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Spieldauer | 93 min |
| Sprache | Deutsch |
| Sprachfassung | OV |
| Gattung | Spielfilm |
| Produktion | Max Gleschinski, Torsten Wichner, Jean-Pierre Meyer-Gehrke |
| Produktionsfirma | Von Anfang Anders Filmproduktion |
| Koproduktion | Maria Kron |
| Verleih | Filmgalerie 451 |
| Darsteller | Verena Unbehaun, Matthias Rheinheimer, Silvina Buchbauer, Mathias Znidarec, Sasha Weis, Michael Benthin, Jana Zöll |
| Kamera | Ute Freund, Yannick Hasse |
| Drehbuch | Cornelius Schwalm |
| Montage | Kai Wido Meyer |
| Ton | Niklas Kammertöns |
| Musik | Philipp Haagen |
| Szenenbild | Susanne Füller |
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Über den Regisseur
Cornelius Schwalm spielt an zahlreichen deutschsprachigen Theatern, u.a. am Schauspielhaus Bochum, am Maxim Gorki Theater und am Schauspiel Frankfurt. Zudem war er in über 50 Filmen zu sehen, u.a. unter der Regie von Tom Tykwer, Christoph Hochhäusler und Jessica Hausner. Mit Rudolf Thome verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit. Seit Jahren inszeniert er auch am Theater. 2018 feierte er mit Hotel Auschwitz sein Spielfilmdebüt.
HESSENPREMIERE
In Anwesenheit des Regisseurs
Zukunft Deutscher Film