Die Kunst zu Streiten
Gesine Schwan über Verständigung in unverständigen Zeiten
Impulsvortrag von Gesine Schwan
Die Politikwissenschaftlerin und einstige Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin Gesine Schwan möchte sich mehr streiten. Aber nicht persönlich und destruktiv, sondern um die gemeinsame Sache. Streit macht dann Sinn, wenn er auf Verständigung zielt. Aber dieser gute Streit, "Streitkultur" war gestern: Die Debatten in der heutigen Öffentlichkeit wandeln sich zum Schlechteren. Auf Konfrontation gerichtete Talkshows ersetzen längst das Parlament als zentralen Ort des Politischen. Selten gibt es dort ein wirkliches Gespräch, gar einen Konsens, der in die Zukunft weist.
Bemerkenswert ist, dass das Kino kaum vom Politischen erzählt. Überhaupt finden gesellschaftliche Konflikte im deutschen Film selten statt, und private Konflikte sind immer schon im Rahmen einer bürgerlichen Ästhetik eingehegt.
MI, 29. April
16:30 - 17:00 Uhr
Massif E / Saal Europa
Direkt im Anschluss:
Die Kunst des Dialogs
Gesine Schwan im Gespräch mit Pauline Roenneberg und Harald Welzer
Die Bedingungen öffentlicher Diskussionen haben sich grundlegend verändert. Während Streitkultur früher vor allem im Parlament, Zeitungen, oder öffentlichen Veranstaltungen stattfand, verlagert sich ein großer Teil gesellschaftlicher Auseinandersetzung heute in soziale Netzwerke, Online-Foren und Kommentarspalten. Diese neuen Kommunikationsräume können die demokratische Streitkultur erweitern, erzeugen aber auch neue Risiken.
Statt Argumenten zählen in der digitalen Arena Emotionen und Zuspitzung. Oder ist unsere Sehnsucht nach vernünftiger Verständigung möglicherweise einfach übertrieben? Vielleicht brauchen erwachsene Bürger keine Benimmregeln und keine gesellschaftlichen Nannys, die ihre Streitgespräche normieren und moderieren. Vielleicht wäre gerade die Fähigkeit Dissens und auch destruktive Zumutungen auszuhalten, ja die vielbeschworene "Streitkultur".
Wie könnte eine solche Kunst des Dialogs aussehen?
Ausgehend von Gesine Schwans Impulsvortrag sprechen Politikerin, die Regisseurin Pauline Rönneberg und der Soziologe Harald Welzer über Streitkultur in digitalen Zeiten.
MI, 29. April
17:00 - 18:30 Uhr
Massif E / Saal Europa
Für das Gespräch und den Impulsvortrag ist ein Kombi-Ticket verfügbar.
Für den Kongress sind sowohl Tagestickets als auch der Kongress-Pass für alle vier Tage verfügbar.
29. April 2026
16:30 Uhr, Europa im Festivalzentrum
Mehr Informationen
Impulsvortrag und Panel
Mit: Gesine Schwan, Carla Reemtsma und Harald Welzer
Moderation: Pauline Roenneberg
Kongress Zukunft Deutscher Film