16.04. ‐ 21.04.2024

Ellbogen

Aslı Özarslan

Anders als im Kiezdrama-Erfolgshit “Sonne und Beton” ist der Schauplatz diesmal nicht Neukölln, sondern Berlin-Wedding (Anderer Kiez, gleiche Scheiße). Dort lernen wir die 18 Jahre alte Hazal kennen – mit ihrer (Feier)Wut und all ihren Widersprüchen. Die Verfilmung des Debütromans von Fatma Aydemir wurde auf der Berlinale frenetisch gefeiert, Hessenfilm hat das Drama von Regisseurin Aslı Özarslan gefördert und die Frankfurter jip Film hat koproduziert: Ellbogen erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die aus der Gesellschaft verdrängt wird. Sie muss nach Istanbul fliehen und die Weichen ihres Lebens neu stellen. Man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.


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Regie Aslı Özarslan
Land Deutschland, Türkei, Frankreich
Jahr 2024
Spieldauer 86 min
Sprache Deutsch mit englischen Untertiteln
Produktion Jamila Wenske
Darsteller Melia Kara, Doğa Gürer, Jale Arıkan u.a.
Kamera Andac Karabeyoglu-Thomas
Drehbuch Claudia Schaefer, Aslı Özarslan, nach dem gleichnamigen Roman von Fatma Aydemir
Ton David Almeida-Ribeiro

Präsentiert von:

Über die Regisseurin

Aslı Özarslan, geboren 1986 in Berlin. Sie studierte Theater und Medien an der Universität Bayreuth, Philosophie und Soziologie an der Université Paris-Sorbonne (Paris IV) und Dokumentarfilmregie an der Filmakademie Baden-Württemberg. 2009 drehte sie ihren ersten Kurzfilm, 2012 schuf sie für die Humboldt-Box die elfminütige Videoinstallation Kanak Sprak Bist Du zum Thema Kiezdeutsch. Ihr Film Insel 36 (2014) und ihr Abschlussfilm Dil Leyla (2016) gewannen nationale und internationale Auszeichnungen.

Pressestimmen

„Gut gespielt, kurzweilig inszeniert, dazu konsequent aus junger, weiblicher, migrantischer Perspektive erzählt“. (Fluter.de)

„Aus der privaten Tragödie in Deutschland wird sie in eine politisch brisante Lage in der Türkei geschleudert, die sie ebenso wenig durchschaut wie die ungeschriebenen Regeln in Deutschland. Sie bleibt eine Gehetzte, hier wie dort“. (Filmdienst)

„Ein Film, der nicht kalt lässt und zur Diskussion herausfordert“. (Artechock.de)

Die Regisseurin über den Film

„Scham ist schlimmer als Angst“, sagt Hazal im Roman „Ellbogen“ wütend zu sich selbst und spiegelt damit ihre eigene Innenwelt. „Ellbogen“ ist ein atmosphärisch dichtes Porträt einer jungen Frau, die einen hohen Preis zahlt, um sich von den Projektionen der Gesellschaft zu befreien. Vor allem die Tat und Hazals scheinbar fehlende Reue haben uns gepackt und lassen uns nicht mehr los. Hazal wendet sich – im positiven Sinne – von der Meinung der Mehrheitsgesellschaft ab. Doch sie ist weder ein eindimensionales „Opfer“ noch eine Muster-Migrantin, die alles richtig macht. Sie ist eine komplexe Frauenfigur, die sich der Täter-Opfer-Dichotomie verweigert. Für uns ist sie eine manchmal ruppige, aber dennoch sympathische Figur. Sie trägt dazu bei, die Barrieren der Gesellschaft aufzuzeigen, die so schwer zu durchbrechen sind. Hazals Welt ist eine, die nicht nur ich, sondern viele Migrant*innen in Deutschland und Europa kennen. Es ist ein Leben, das darin besteht, sich ständig behaupten oder beweisen zu müssen. In Hazal wird diese Gesellschaft entlarvt. Ihre Stärke berührt uns tief.







IN ANWESENHEIT DER HAUPTDARSTELLERIN

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