28.04. ‐ 03.05.2026
Everybody Digs Bill Evans

Everybody Digs Bill Evans

Grant Gee

Längere Pausen können ein Teil der Musik sein, heißt es einmal in diesem Film. Nachdem der Jazzpianist Bill Evans im Juni 1961 im New Yorker Jazzclub Village Vanguard mit seinem Trio u.a. die legendäre Aufnahme von Waltz For Debby eingespielt hat, stirbt sein Bassist durch einen Autounfall. Diese Pause wird für den eher introvertierten Bill Evans (dargestellt von dem norwegischen Schauspieler Anders Danielsen Lie) zum Abgrund. Er betäubt seinen Schmerz durch harte Drogen, lebt bei seinem Bruder, der ihn schließlich zu den Eltern (Bill Pullman, Laurie Metcalf) nach Florida schickt.

Gedreht in kontrastreichem Schwarzweiß, das eine melancholische Grundstimmung über den Film legt, lotet der ehemalige Dokumentarfilmregisseur Grant Gee Evans’ Beziehungen zu seiner Familie und zu seiner On-Off-Freundin aus. Bill Evans war einer der einflussreichsten Jazz-Pianisten, auf den sich etwa Herbie Hancock und Chick Corea beriefen, doch Gees Film, benannt nach einer 1959 erschienen Platte, vermeidet es, den Musiker zu einem feingeistigen Genie zu stilisieren. 

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Regie Grant Gee
Land Irland, Vereinigtes Königreich
Produktionsjahr 2026
Spieldauer 102 min
Sprache Englisch
Sprachfassung OmdU
Gattung Drama
Produktion Janine Marmot, Alan Maher
Produktionsfirma Cowtown Pictures, Hot Property
Verleih Mister Smith Entertainment
Darsteller Anders Danielsen Lie, Bill Pullman, Laurie Metcalf, Barry Ward, Valene Kane
Kamera Piers McGrail
Drehbuch Mark O’Halloran
Montage Adam Biskupski
Ton Simon Ratcliffe, Richard West
Musik Roger Goula
Sound Design James Olivier


BERLINALE 2026: BESTE REGIE

Präsentiert von:

Jazz Initiative Frankfurt

Über den Regisseur

Mit Everybody Digs Bill Evans legt der britische Dokumentarfilmregisseur Grant Gee, geboren 1964, sein Spielfilmdebüt vor. Gee wurde bekannt durch seine Musikvideos (etwa Nature Boy von Nick Cave & The Bad Seeds, 2004) und Musikdokus über Bands wie Joy Division (2007) und Radiohead (2008). Mit The Gold Machine (2022) schloss er eine lose Dokumentarfilmtrilogie zum Thema „Plätze, zu denen uns Bücher entführen“ ab, dazu gehören noch Patience: After Sebald (2012) und Innocence of Memories (2015). Gee inszeniert auch an Theatern und Opernhäusern.


Pressestimmen

"Eigentlich müsste der Film ein ziemlicher Stimmungskiller sein […] Doch die kunstvolle Regie, die geschickte Struktur, der visuelle Reichtum und die makellosen Darstellungen des Films sorgen für ein vollmundiges, fesselndes und zutiefst bewegendes Werk, dessen melancholische Schönheit noch lange nach dem Abspann nachhallt." (Hollywood Reporter)

"Es handelt sich keineswegs um eine typische Jazz-Biografie: Wer ein Medley aus klassischen Evans-Stücken erwartet, wird enttäuscht sein. Dies ist eher ein Film für Kinoliebhaber als für Musikfans, der engagierte Cineasten überall ansprechen dürfte." (Screen Daily)



Internationaler Langfilm