Meine Tochter Anne Frank

Raymond Ley

Ihr Tagebuch ist weltberühmt, sie selbst als Symbol unantastbar. Wie sich also einer Geschichte nähern, die jeder kennt? So! Losgelöst vom tragischen Ende und der Übermacht ihres Andenkens umschifft *Raymond Ley* die Pathos-Falle, indem er ganz auf Annes Text vertraut. Die *hr-Produktion* rekonstruiert das Leben im Versteck aus Annes Tagebuch, wie auch die Beziehung zum Vater, der seine lebensfrohe, manchmal altkluge Tochter in deren scharfzüngigen Beobachtungen selbst neu kennenlernt. *Ley* ergänzt seine dichte Inszenierung durch Interviews mit den letzten lebenden Zeitzeugen ohne didaktische Schwerfälligkeit. Bildgewaltige Einspielungen von Archivmaterial, projiziert an die erdrückenden Wände des Verstecks, öffnen den Blick für die Welt jenseits des Amsterdamer Hinterhauses. *_Meine Tochter Anne Frank_* zeigt die Lebensgeschichte des jüdischen Mädchens aus Frankfurt authentisch, erfrischend unsentimental und mit einer starken Hauptdarstellerin. Die damals 18-jährige Frankfurterin *Mala Emde* wurde für ihre herausragende darstellerische Leistung mit dem Nachwuchsförderpreises des Bayerischen Fernsehpreises ausgezeichnet. Neben *Otto Frank* (in Archivszenen) und bekannteren Zeitzeugen wie Annes Schulfreundin *Hanneli Pick-Goslar* kommen auch alte Weggefährten zu Wort, deren Namen zwar aus dem Tagebuch bekannt sind, die bisher aber kaum oder nicht befragt wurden. So trifft *Raymond Ley* in Israel z.B. auf *Avraham Rinat* und *Sol Kimmel*, die ebenfalls mit Anne die Schulbank drückten. Mit dabei ist außerdem Annes bis dahin letzter lebender Verwandter, ihr Cousin *Buddy Elias*, der 2015 nur vier Wochen nach der Premiere des Films 89-jährig in der Schweiz verstarb.

_„Der Film lebt von zwei tragenden, hervorragend gespielten Rollen: der 18-jährigen Mala Emde als Anne, die ihre Figur verletzlich und lebenslustig, aufsässig und liebend verkörpert, eine Meisterleistung. Fast noch eindrucksvoller ist Götz Schubert als Otto Frank, der Vater und einzige Überlebende der Familie.“_ (Süddeutsche Zeitung, 18. Februar 2015) _„Selten ist von einem der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte so geschickt, so unpathetisch und manchmal auch leichthändig erzählt worden wie in "Meine Tochter Anne Frank". [...]Der Film visualisiert nicht einfach das Tagebuch, er reflektiert gleichzeitig den Kontext seines Entstehens, seine Editionsgeschichte und seine Wirkung.“_ (Spiegel, Februar 2015) _„Diese vielfache Brechung der Perspektiven, die das tastende Suchen nach einer gewaltsam Verschwundenen zum optischen Ereignis macht, ist eine der beiden großen Stärken des Films von Hannah und Raymond Ley. [...] Die sorgfältig inszenierte und in allen Rollen mit ruhiger Sicherheit gespielte Fiktion und die dokumentarischen Teile stützen und vervollständigen einander - weil sie der Einsicht folgen, dass es die eine Anne Frank nicht geben kann.“_ (FAZ, 18. Februar 2015)

03. April 2016

16:00 Uhr, Mousonturm // Studio 1

Mehr Informationen Lichter FilmfestLichter Filmfest

Regie Raymond Ley
Jahr D 2015
Kategorie Extra Regional
Spieldauer 90 min
Sprache Deutsche Originalfassung
Produktion Walid Nakschbandi
Darsteller Mala Emde, Götz Schubert, Lion Wascyzk, Bettina Scheuritzel, Rosalie Ernst, Axel Milberg u.a.
Kamera Philipp Kirsamer
Drehbuch Hannah Ley, Raymond Ley
Schnitt Heike Parplies

Präsentiert von:



Außerhalb des Wettbewerbs

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