10.05. ‐ 15.05.2022

Panel: Repressive Policies and its Influence on Culture and Media

Mit:

Asja Makarevic (mdw-University of Music and Performing Arts Vienna, Filmakademie Wien), Aliaksei Paluyan (Director „Courage“, Screenwriter), Stefan Kroll (HSFK - Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Research Initiative “ConTrust: Vertrauen im Konflikt”), Daniel Fairfax (Filmwissenschaftler)

Moderation: Heleen Gerritsen (Head of goEast Filmfestival)

Der Ausgangspunkt für die seit längerem geplante Veranstaltung war folgender: Spätestens mit dem Amtsantritt der nationalkonservativen und rechtspopulistischen Regierungen in Polen und Ungarn war klar, dass die europäische Gemeinschaft vor großen Herausforderungen steht. Diese Entwicklungen haben zu einer Umstrukturierung der Kulturlandschaft in diesen Ländern geführt. Es ist daher wichtig zu diskutieren, welchen Einfluss reaktionäre Kräfte auf die Finanzierung und Gestaltung des kreativen Sektors in Europa haben: Was passiert, wenn die Filmförderung vom Staat unterwandert wird? Wie kann sich die Kreativwirtschaft gegen diese Entwicklungen wehren und welche Rolle spielt sie dabei? Inwieweit ist ihre Arbeit vom Staat und dem politischen Klima abhängig? Der Krieg in der Ukraine hat die Perspektive verschoben. In diesem Panel mit Fokus auf Osteuropa werden auch die Folgen der kriegerischen Politik für Film und Kultur diskutiert.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche Rolle Filmemacher und die Filmindustrie bei der Dokumentation von Unterdrückung und Kriegsverbrechen spielen. Wie verändert sich deren Rolle und wie wirkt sich dies auf ihre Arbeit aus? Der Runde Tisch wird die Einschränkungen der kulturellen und künstlerischen Freiheit unter den Bedingungen einer repressiven und kriegerischen Politik diskutieren.

Wir möchten, wenn möglich, gemeinsame (europäische) Ideen, Hoffnungen und Wünsche formulieren. Dies gipfelt in der Frage, welche Werte und welche Prinzipien in Europa konstitutiv sind und wie sie geschützt oder wiederhergestellt werden können.


12. Mai 2022

17:00 Uhr, MMK Museum für Moderne Kunst

Mehr Informationen Lichter FilmfestLichter Filmfest

Spieldauer 90 min
Sprache Englisch

Panel-Teilnehmende:


Asja Makarevic promoviert in Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Forschung befasst sich mit der anhaltenden "Nachkriegslage" in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens und der damit einhergehenden Entstehung "nicht-repräsentativer" Bilder des Krieges im postjugoslawischen Film. Von 2009 bis 2017 leitete Asja Talents Sarajevo, die Netzwerk- und Trainingsplattform des Sarajevo Film Festivals für aufstrebende Filmschaffende aus Südosteuropa und dem Südkaukasus. Ab August 2021 arbeitet Asja als Universitätsassistentin in der Abteilung für Medien- und Filmwissenschaft an der Filmakademie Wien, an der mdw Universität für Musik und darstellende Kunst.


Aliaksei Paluyan wurde 1989 in Belarus geboren. Sein Studium der Informatik und Radioelektronik absolvierte er 2012 an der die Staatlichen Universität in Minsk. Im gleichen Jahr zog er nach Deutschland und studierte an der Kunsthochschule Kassel Filmregie bei Prof. Yana Drouz. Während des Studiums drehte Aliaksei Paluyan mehrere Kurzspiel- und Dokumentarfilme, die erfolgreich auf internationalen Filmfestspielen präsentiert und ausgezeichnet wurden. Courage, sein erster abendfüllender Dokumentarfilm, feierte Weltpremiere bei den 71. Internationalen Filmfestspielen Berlin und war dort in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ nominiert.


Stefan Kroll ist Leiter des Querschnittsbereichs Wissenschaftskommunikation und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Programmbereich „Internationale Institutionen“ am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung sowie assoziiertes Mitglied der Forschungsinitiative "ConTrust: Trust in Conflict. Political Life under Conditions of Uncertainty" an der Goethe Universität. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich interdisziplinärer Normen- und Institutionenforschung, des Wissenstransfers und der politischen Bildung für Themen der Friedens- und Konfliktforschung.


Heleen Gerritsen (Niederlande, 1978) studierte Slawistik and VWL in Amsterdam and St. Petersburg. 2003 zog sie nach Berlin und arbeitete nach einer Weiterbildung im Bereich Filmproduktion als Produzentin, Autorin und Festivalmanagerin, meist mit einem Osteuropaschwerpunkt und im Dokumentarfilmbereich. Von 2014 bis 2016 leitete sie das Europäische Dokumentarfilmfestival dokumentART in Neubrandenburg. Seit Oktober 2017 leitet Heleen goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films, welches vom DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Wiesbaden veranstaltet wird.


Daniel Fairfax



Kongress Zukunft Deutscher Film

© Asja Makarevic
© Aliaksei Paluyan
© Stefan Kroll