Sechswochenamt
Jacqueline Jansen
Noch bevor die Welt stillsteht, gerät Lores Leben aus den Fugen: Der Abschied von ihrer Mutter zwingt sie zur Rückkehr ins Elternhaus. Während sie versucht, die Trauer auszuhalten, ohne sich zu verlieren, zieht die Corona-Pandemie der Welt den Stecker. Ausgerechnet jetzt, wo Lore Halt bräuchte, werden Umarmungen zu Risiken, Besuche zu Ausnahmen, Trost zu Abstand.
In dieser doppelten Isolation versucht Lore, das Leben der Verstorbenen zu ordnen. Zwischen Formularen und Familienerwartungen ringt sie um einen Abschied, der ihrer Mutter gerecht wird. Der Film folgt ihr durch jene Wochen bis zum titelgebenden „Sechswochenamt“ – der Gedenkmesse sechs Wochen nach dem Tod, wenn Trauer schon Alltag geworden ist und trotzdem noch alles offenliegt.
Aus persönlicher Erfahrung schöpfend beobachtet Regisseurin Jacqueline Jansen, was nach dem Tod eines geliebten Menschen folgt: die Überforderung, die Wut, die Komik des Absurden. Sechswochenamt ist schonungslos in der Genauigkeit, authentisch in den Details und gerade deshalb tröstlich: weil der Film nichts beschönigt, aber dem Schmerz eine Form gibt. Hauptdarstellerin Magdalena Laubisch trägt den Film mit einer fragilen Präsenz, die keinen Moment loslässt.
30. April 2026
20:00 Uhr, Mal Seh'n Kino
Mehr Informationen
| Regie | Jacqueline Jansen |
| Land | Deutschland |
| Produktionsjahr | 2025 |
| Spieldauer | 98 min |
| Sprache | Deutsch, rheinische Mundart |
| Sprachfassung | OV |
| Gattung | Drama |
| Produktion | Jacqueline Jansen |
| Produktionsfirma | Filmweh |
| Verleih | Piffl Medien GmbH |
| Darsteller | Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth, Olga Prokot, Suzanne Ziellenbach |
| Kamera | Markus Ott |
| Drehbuch | Jacqueline Jansen |
| Montage | Simon Dopslaf, Jacqueline Jansen |
| Ton | Bernhard Joest |
| Musik | Anna Kühlein |
| Sound Design | Johannes Kunz |
| Szenenbild | Sophie Rohm |
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Über die Regisseurin
Jacqueline Jansen folgte keinem klassischen Ausbildungsweg, sondern dem der Autodidaktin. Seit 2013 arbeitet sie an über vierzig nationalen und internationalen Filmsets und assistierte unter anderem Tom Tykwer, Jan Ole Gerster und Julia von Heinz. Ihr Spielfilmdebüt Sechswochenamt entwickelte sie in den Anfängen der Pandemie und überwiegend ohne institutionelle Förderung.
Pressestimmen
„Ihr fokussiertes sozialrealistisches Spielfilmdebüt erinnert daran, was das junge Filmemachen jenseits aller Förderstrukturen und Produktionskonventionen im Grunde ausmacht: Beschränkung auf das Wesentliche, Zutrauen in die eigenen Erfahrungen, Wahrhaftigkeit, radikale Zärtlichkeit – und ein offener, genauer Blick.“ (Joachim Kurz, kino-zeit.de)
HESSENPREMIERE
In Anwesenheit des Kameramanns
Zukunft Deutscher Film