Tristan Forever
Tobias Nölle, Loran Bonnardot
Zeit steht still auf Tristan da Cunha – der entlegensten bewohnten Insel der Welt. Jeder kennt jeden, selten gibt es Überraschungen oder Neuankömmlinge. Doch dann ist da Loran Bonnardot: Der Arzt aus Paris hat über Jahre eine enge Freundschaft zu einem der insularen Fischer gehegt und sich nun dazu entschieden, nach Tristan zu ziehen – für immer. Aber zuerst muss ihn die enge Gemeinschaft akzeptieren. Er übt sich in der Kunst der Einsamkeit, schließt Freundschaft mit einem Pinguin und findet zwischen Schnitzereien und Liebeleien langsam seinen Platz auf Tristan. Doch es geschieht Unvorhersehbares auf diesem verwunschenen Vulkan mitten im Nirgendwo.
Die lange Schifffahrt von Kapstadt nach Tristan, die Abende allein, das endlose Meer in alle Himmelrichtungen – Tristan Forever entwickelt sich langsam aber stetig zum hypnotischen Sog. Was als simple Dokumentation beginnt wird bald absurd, philosophisch, existenziell, sogar fiktional?
Regisseur Tobias Nölle lässt sich dabei auf ein filmisches Experiment ein. Mit viel Ausdauer und minimalen Mitteln – technisch sowie dramaturgisch – entsteht eine Geschichte, in der die Grenzen von Dokumentation im Nebel der Insel verschwimmen.
2. Mai 2026
20:30 Uhr, Kino des DFF
Mehr Informationen
| Regie | Tobias Nölle, Loran Bonnardot |
| Land | Schweiz |
| Produktionsjahr | 2026 |
| Spieldauer | 90 min |
| Sprache | Englisch, Französisch |
| Sprachfassung | OmdU |
| Gattung | Dokumentarfilm |
| Produktion | Christof Neracher |
| Produktionsfirma | hugofilm features |
| Verleih | Rediance |
| Darsteller | Loran Bonnardot, Martin Green, Glenda Rogers |
| Kamera | Tobias Nölle |
| Drehbuch | Tobias Nölle, Loran Bonnardot |
| Montage | Tobias Nölle, Aurora Vögeli |
| Ton | Linus Rieser |
| Musik | Michael Sauter |
| Sound Design | Oscar van Hoogevest |
Über den Regisseur
Tobias Nölle ist ein Regisseur aus der Schweiz. Von 2000 bis 2004 studierte er an der School of Visual Arts, New York. Sein Kurzfilm René (2007) gewann den Goldenen Leoparden in Locarno, sein Spielfilmdebüt Aloys (2016) den FIPRESCI-Preis auf der Berlinale. Er ist Mitbegründer des Schweizer Filmemacher-Kollektivs 8horses. Er lebt und arbeitet in Zürich und Berlin. Sein neuester Film Tristan Forever (2026) prämierte dieses Jahr auf der Berlinale in der Sektion Panorama.
Pressestimmen
"Die Insel selbst ist spektakulär, mit saftigem Laubwerk an den Seiten des Vulkans, der oft in Nebel gehüllt ist, was für beeindruckende Bilder sorgt. [...] Es ist ein isoliertes Paradies, an dem zu bleiben eine Herausforderung ist, was in der leicht variierenden, atmosphärischen Musik von Michael Sauter elegant aufgegriffen wird. All das macht Tristan Forever zu einem zum Nachdenken anregenden Doku-Fiction-Film und einem meisterhaft geschaffenem Werk." (Vladan Petkovic, cineuropa)
"Es gibt unvergessliche Bilder im Film, [...] die die Einzigartigkeit von Tristan da Cunha unterstreichen. An einer Stelle kommentiert jemand, dass es schwer zu glauben ist, dass die Insel existiert. [...] Es ist diese ziemlich existenzielle Reise, die Tristan Forever zu einem mitreißenden Film macht. Wahrscheinlich hoffen die meisten von uns, dass es einen perfekten Ort gibt, an dem alles für uns Sinn ergibt. Das ist genauso ehrgeizig wie irrational." (Dan Mecca, The Film Stage)
Internationaler Langfilm