Turm der Winde
Eine Ausstellung von Gunter Deller
Täglich I ab 19.00 Uhr I SCHAUT! Ausstellungsraum im 1.Stock des Mal Seh’n Kino
Der italienische Autor Vittorio Imbriani entwickelte 1868 in seiner Schrift La Quinta Promotrice seine Theorie des Farbflecks (der macchia, wörtlich Makel). Es handelt sich um den ersten und charakteristischen Gesamteindruck eines Bildes im Bruchteil einer Sekunde, bevor das Auge es zu deuten beginnt. Diese innere Dynamik der malerischen Bildwirkung sei in Wirklichkeit das, was den Beschauer ergreift.
Der Turm der Winde ist ein antikes Bauwerk am Fuß der Akropolis, das die Windgötter feiert und als Zeitmessgerät fungierte. Umgeben von den Säulen der Agora verkörpert diese Architektur den Sinn für Maß und Zeit, den der Film durch seine metrische Struktur aufgreift. Sie bildet den Rahmen für die anschließenden Motive aus städtischen Landschaften. In der raschen Folge dreier unterschiedlicher Einzelbilder, eingebettet in eine Sekunde purem Schwarz, entsteht im inneren Auge ein völlig neuartiger Seheindruck, der mit Worten nur unzulänglich beschrieben werden kann.
Installation von Gunter Deller, digital, 7 Min. 38 Sek. (geloopt).
Sound: Metrics von Yves De Mey (Musiker & Produzent), veröffentlich bei Opal Tapes (2013).
1. Mai 2026
19:00 Uhr, Mal Seh'n Kino
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