10.05. ‐ 15.05.2022

NEUE FORMATIONEN - NEUE PRODUZENT*INNEN

PANEL (dt.)
mit Jana Kreissl, Luise Hauschild, Mariam Shatberashvelli, Paulina Lorenz, Claus Reichel
Moderation: Anna de Paoli

Any experiment of interest in life will be carried out at your own expense (John Wilmot)

Dass jedes Experiment von Interesse, um es mit den Worten von John Wilmot zu sagen, auf eigene Kosten ausgetragen wird, lässt sich auf die künstlerische Arbeit ebenso beziehen wie auf produzentisches Handeln. Junge Firmen mit erklärt künstlerischer Ausrichtung bewegen sich in einem Spannungsfeld aus Verheißung und Risiko. Ihre Filme, die oft in kollektiven Strukturen oder in internationaler Kollaboration entstehen, profilieren sich im engen Wettbewerb um Sichtbarkeit und neue Chancen. Fast unsichtbar hingegen bleiben die erheblichen unternehmerischen Risiken, die Produzent*innen in diesen unsteten Zeiten mehr denn je eingehen. Wir fragen die Produzent*innen:

Was treibt Euch an? Welche neuen ‚Materien‘ wollt Ihr anfassen? Wie übt Ihr produzentische Verantwortung aus? Wo findet Ihr Verbündete? Eröffnet der aktuelle Marktwandel Euch neue Räume? Wie frei seid Ihr zu experimentieren – und was kostet Euch das?

Anna di Paoli

Von einer reinen Frauen-Jury beim Filmfest München 2018 als „Beste Produzentin“ ausgezeichnet, sucht Anna de Paoli in ihren Produktionen nach dem „Riss in der Wirklichkeit“. Mit ihren Stärken in den Bereichen Entwicklung, Casting und Auswertung hat sie die Entstehung einzigartiger Auteur-Genre-Filme unterstützt, die weltweit auf A-Festivals vertreten waren und Preise gewannen wie den German Independence Award, die Goldene Lola und den Silver Méliès. Mit FILM MACHT SCHULE initiiert sie Begegnungen zwischen filmkünstlerischen Persönlichkeiten und Kindern/Jugendlichen. Ihre beruflichen Referenzen sind u.a. Leitende Dozentin für Filmproduktion an der DFFB, Programm-Managerin bei der Berlinale/Perspektive Deutsches Kino, Bestattungs-Trainee und Yoga-Lehrerin. Anna de Paoli lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Jana Kreissl

Produzentin, wurde 1988 in München geboren. Nach zahlreichen Praktika im Bereich Film und Medien absolvierte sie ihr Theater-, Film- und Medienwissenschafts-Studium in Wien. Ihr Wunsch, selbst als Filmemacherin tätig zu sein, führte sie an die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, wo sie von 2014 bis 2020 Filmproduktion studierte. Ihr erster Langspielfilm „Das melancholische Mädchen“ (Regie: Susanne Heinrich) wurde mit dem Preis für den Besten Film auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis ausgezeichnet, war zweifach für den First Steps Award nominiert und für die Vorauswahl des Deutschen Filmpreises gelistet.

Luise Hauschild

Luise Hauschild ist in Leipzig geboren und aufgewachsen. Nach ihrem Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und der Produktion zahlreicher erfolgreicher Kurzfilme gründete sie 2020 zusammen mit Mariam Shatberashvili die Produktionsfirma New Matter Films in Leipzig und Berlin, die sich auf Autorenfilme mit künstlerischem Ansatz konzentriert. Ihr erster Film What do we see when we look at the sky? von Alexandre Koberidze feierte seine Premiere im Wettbewerb der Berlinale 2021, wo er mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet wurde, gefolgt von weltweiten Verkäufen und Vorführungen auf Festivals wie dem New York Film Festival, Karlovy Vary, Viennale und dem BFI London Film Festival. New Matter Films hat darüber hinaus viele weitere Filme in der Postproduktion und Entwicklung, wie z.B. Talking about the weather von Annika Pinske.

Claus Reichel

Claus Reichel ist Gesellschafter-Geschäftsführer der filmfaust GmbH Köln und Produzent für Spiel- und Dokumentarfilm. 2019 gewann er für sein Spielfilm-Debüt bei der 69. Berlinale den First Feature Award für “Oray” von Mehmet Akif Büyükatalay. 2020 war er für “Berzah” von Deren Ercenk für den deutschen Kurzfilmpreis nominiert. Claus ist Mitglied im Filmbüro NW, der AG DOK, Alumnus des Rotterdam Producers Lab, von Berlinale Talents und dem Mediengründerzentrum NRW. Derzeit produziert er den Musik-Dokumentarfilm “Liebe, D-Mark und Tod” von Cem Kaya und Mehmet Akif Büyükatalay sowie das Hybrid “Sirens Call” von Miriam Gossing und Lina Sieckmann. Darüber hinaus finanziert er den zweiten Spielfilm von Mehmet Akif Büyükatalay, “Hysteria”.

Paulina Lorenz

Paulina Lorenz studierte Film, Musik und visuelle Kultur an der Universität Hildesheim und der Brown University und hat einen M.A. in Migration Studies von der Universität Kopenhagen. 2015 war sie Mitbegründerin des Filmkollektivs JÜNGLINGE, das queer-feministische und postmigrantische Perspektiven in Film, Fernsehen und Populärkultur erforscht. Zusammen mit Faraz Shariat und Raquel Dukpa entwickelt und produziert sie Spielfilme und Serien, wie den Kinofilm FUTUR DREI (2020). Außerdem arbeitete sie als Autorin für die sechste Staffel DRUCK, der deutschen Adaption der norwegischen Jugendserie SKAM.