10.05. ‐ 15.05.2022

Perspektiven für die Zukunft des europäischen Films

PANEL (engl.)
MIT: Costa Gavras, Filmmaker, Rebecca O’Brien, Film producer & European Film Academy Deputy Chairwoman, Lucia Recalde, European Commission DG Connect, Deputy Director and Head of Unit “Audiovisual Industry and Media Support Programmes”, and Edith Sepp, Estonian Film Institute CEO and EFAD Vice-President
MODERATION: FERA Chairman Klemen Dvornik and FERA CEO Pauline Durand-Vialle

ONLINE-Panel
 (01. Dezember, 17:00 - 18:30 Uhr live über YouTube)


Der europäische Film- und audiovisuelle Sektor ist massiven Veränderungen unterworfen, die durch die COVID-19-Krise noch beschleunigt wurden und zu einer weitgehenden Kommerzialisierung von Filmen und audiovisuellen Werken geführt haben. Welchen Platz haben Filmemacher*innen und unabhängige Akteur*innen in diesem neuen Kontext? Welche Beziehungen können wir in Zukunft zum Publikum aufbauen? Wie können wir diese neuen Herausforderungen als Europäer*innen gemeinsam bewältigen?

Keynote des FERA-Geschäftsführers, gefolgt von einer Podiumsdiskussion mit Costa Gavras, Filmemacher, Rebecca O'Brien, Produzentin und stellvertretende Vorsitzende der Europäischen Filmakademie, Lucia Recalde, Leiterin des Referats "Audiovisuelle Industrie und Medienförderprogramme" der Europäischen Kommission (GD Connect) und Edith Sepp, der Vertreterin der EFAD.

Pauline Durand-Vialle

Pauline Durand-Vialle, CEO von FERA, kommt ursprünglich aus Paris, Frankreich, und hat in den Bereichen Filmvertrieb und internationaler Verkauf gearbeitet. Sie kam zur FERA, nachdem sie zuvor fünf Jahre lang als stellvertretende Managerin für europäische Angelegenheiten bei La Société des réalisateurs de films (SRF) tätig war. Seit Februar 2014 ist sie Geschäftsführerin der FERA und hat im Dezember 2020 den Vorsitz des Beratenden Ausschusses der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle übernommen.

Constantin Costa-Gavras

Konstantínos Gavrás, international bekannt als Costa-Gavras, geboren am 10. Februar 1933 in Griechenland, ist Filmemacher und Präsident der Cinémathèque française. Im Alter von 19 Jahren zog er nach Paris, nachdem er sein Heimatland wegen der anti-royalistischen Haltung seines Vaters verlassen musste. Nach seinem Abschluss in Literatur an der Sorbonne-Universität studierte er im Anschluss an der französischen Filmhochschule Institut des Hautes Études Cinématographiques (IDHEC).

Als Assistent von Star-Regisseuren wie Henri Verneuil, René Clément und Jacques Demy entdeckte er seine Liebe zum Film, bevor er selbst auf dem Regiestuhl Platz nahm. 1969 gelang mit seinem Film „Z“ (Jurypreis in Cannes, Oscar für den besten internationalen Film) nach der gleichnamigen Romanvorlage von Vassilis Vassilikos der internationale Durchbruch.

Seit dem Beginn seiner Karriere zählt der heute 88-Jährige Regisseur zu einer führenden Figur des politischen Kinos. Im Jahr 2007 wurde er außerdem zum zweiten Mal zum Präsidenten der Cinémathèque française ernannt, nachdem er dieses Amt bereits in den 1980er Jahren innehatte. „Adults in the Room“ des heute mehrfachen Oscarpreisträgers Costa-Gavras feierte im August 2019 beim Filmfestival in Venedig seine Premiere.

Klemen Dvornik

Klemen Dvornik (1977) machte seinen Abschluss in Film- und Fernsehregie an der AGRFT (Akademie für Theater, Radio, Film und Fernsehen) in Ljubljana, Slowenien.

Bis heute hat er bei mehr als 500 Shows verschiedener Genres und mehr als 20 Dokumentarfilmen, Kurz- und Langfilmen sowie Live-Konzerten Regie geführt und neun nationale und internationale Preise erhalten (bester Film, bester Dokumentarfilm, Studentenpreis, Publikumspreis). 2010 begann er seine Arbeit an der AGRFT.

Im Herbst 2017 wurde er zum Assistenzprofessor für Fernsehregie ernannt und ist derzeit Präsident der Allianz der slowenischen Filmemacherverbände und Vorsitzender des Aufsichtsrates der AIPA, der Verwertungsgesellschaft der Autoren, Interpreten und Filmproduzenten audiovisueller Werke in Slowenien.

Rebcecca O'Brien

Rebecca O'Brien ist seit über dreißig Jahren als unabhängige Filmproduzentin tätig. Sie hat siebzehn Spielfilme unter der Regie von Ken Loach produziert, darunter LAND AND FREEDOM, SWEET SIXTEEN und THE ANGELS' SHARE. Sowohl THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY (2006) als auch I, DANIEL BLAKE (2016) gewannen die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes. Zu ihren weiteren Produktionen gehören BEAN (Regie: Mel Smith), PRINCESA (Regie: Henrique Goldman) und VERSUS: DAS LEBEN UND DIE FILME VON KEN LOACH. Vor kurzem hat sie die Produktion von MY SON unter der Regie von Christian Carion mit James McAvoy und Claire Foy in den Hauptrollen abgeschlossen.

O'Brien ist derzeit im Vorstand des British Screen Forum, des Traverse Theatre in Edinburgh und der European Film Academy, wo sie stellvertretende Vorsitzende ist. Zusammen mit Ken Loach und dem Drehbuchautor Paul Laverty leitet sie die Produktionsfirma Sixteen Films.

Lucia Recalde

Die gebürtige Spanierin Lucia Recalde Langarica ist Leiterin des Referats "Audiovisuelle Industrie und Medienförderprogramme" in der Generaldirektion (GD) für Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologie (CONNECT) der Europäischen Kommission. Zuvor gehörte sie zur Leitung der Generaldirektion Bildung und Kultur (EAC) als Referatsleiterin für Hochschulbildung, Innovation, Unternehmertum und das EIT (Europäisches Institut für Innovation und Technologie). Frau Recalde kam 1995 zur Europäischen Kommission und war bis 2006 in verschiedenen Positionen in der GD Beschäftigung und Soziales tätig. Sie begann ihre Karriere als politische Referentin in der Direktion für europäische Angelegenheiten der baskischen Regierung.

Edith Sepp

Edith Sepp, Film- und Fernsehregisseurin von Beruf, ist seit 2013 Geschäftsführerin des Estnischen Filminstituts. Sie begann ihre Filmkarriere in den frühen 1990er Jahren als Regieassistentin. Nach ihrem MA-Abschluss in Film- und Fernsehdrama an der Northern Media School in Großbritannien arbeitete sie in der Film- und Fernsehbranche als Regisseurin und Produzentin. Im Jahr 2010 wurde sie Filmberaterin des estnischen Kulturministers und leitete die Entwicklung der Strategie 2013-2020 des Estnischen Filminstituts, die 2021 bis 2030 verlängert wurde.

Seit 2014 ist sie Mitglied des EFAD-Vorstands, leitet seit 2015 den EFAD-Think-Tank und ist ab 2018 Vizepräsidentin; seit 2013 Ländervertreterin bei der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (EAO) und im Creative Culture Management Board; seit 2013 stellvertretende Vertreterin Estlands bei Eurimages; ab 2020 Mitglied der Europäischen Filmakademie (EFA).