Kunst trifft Kino: Der Kongress Zukunft Deutscher Film bringt namhafte Gäste nach Frankfurt
Vom 29. April bis 2. Mai 2026 findet in Frankfurt am Main zum sechsten Mal der Kongress Zukunft Deutscher Film statt. Im Rahmen des LICHTER Filmfest Frankfurt International wird die Stadt erneut zum Treffpunkt filmpolitischer Debatten, neuer Denkansätze und experimenteller Gesprächsformate.
Mit dem diesjährigen Schwerpunkt „Kunst“ rückt der Kongress das Verhältnis von Film und anderen künstlerischen Disziplinen in den Mittelpunkt. Dabei wird Film als Teil eines erweiterten ästhetischen und gesellschaftlichen Zusammenhangs verhandelt und die Frage gestellt, wie sich Filmkunst aus dem Austausch mit anderen Bereichen neu denken lässt. Entsprechend interdisziplinär ist das Gästefeld: Regisseure wie Dominik Graf und Katrin Gebbe, der Schauspieler Burghart Klaußner, die ehemalige Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München Bettina Reitz sowie die Produzentin und Regisseurin Saralisa Volm treffen auf den Kunsttheoretiker Bazon Brock, die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, den Publizisten Harald Welzer, die Philosophin Catrin Misselhorn, die Klimaschutzaktivistin Carla Reemtsma oder den Schriftsteller Leif Randt. Ergänzt wird das Programm u. a. durch den US-amerikanischen Filmproduzenten und Mitgründer der Kinokette Alamo Drafthouse Cinema Tim League (NEON), die belgische Futuristin und UNESCO Chair für „Images of the Futures“ Maya Van Leemput, den kanadischen Digitalaktivist Paris Marx, die Kulturwissenschaftlerin Annekathrin Kohout, die Wissenschaftshistorikerin Katharina Meyer, die tschechiche Kuratorin Radka Hoffmann, das Pariser Kinokollektiv La Clef Revival und Nachrichten-Ikone Claus Kleber.
Das große Potenzial von Kunst liegt in ihrer Fähigkeit, unser Denken zu öffnen und Impulse zu setzen, die über den Moment hinauswirken. In Zeiten tiefgreifender technologischer, politischer und ökologischer Umbrüche wird Kunst zur Schlüsselressource, um neue Formen des Wahrnehmens, Erzählens und Handelns zu erproben. Sie ist keine Nebensache, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit: Kunst fordert dazu heraus, die Gegenwart nicht nur hinzunehmen, sondern sie kritisch und kreativ zu befragen – und eröffnet damit Spielräume, Zukunft anders zu denken.
Der Kongress fragt danach, welche Rolle Film als Kunstform in einer sich radikal verändernden Gegenwart einnehmen kann: Wie entsteht künstlerische Freiheit unter den Bedingungen von Plattformökonomie, KI-gestützter Produktion und wachsendem ökonomischem Druck? Welche Allianzen braucht Film heute – mit Bildender Kunst, Musik, Theater, Literatur oder Theorie –, um neue ästhetische Räume zu öffnen? Und wie lassen sich Produktions- und Förderstrukturen so denken, dass sie künstlerisches Risiko nicht verhindern, sondern ermöglichen?
Zur Debatte steht ebenso, wie politisch Kunst heute sein kann und sein muss: Welche Verantwortung trägt Film in einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung? Wie lassen sich neue Formen des Erzählens entwickeln? Und welche Rolle spielen dabei Autorenschaft, kollektive Arbeitsweisen und neue kuratorische Modelle?
Der Kongress Zukunft Deutscher Film lädt dazu ein, diese Fragen gemeinsam mit Filmschaffenden, Künstlern, Theoretikern und Kulturpolitikerinnen zu diskutieren – offen, kontrovers und praxisnah. Er versteht sich als Labor für neue Perspektiven auf Film als Kunstform und als gesellschaftliche Kraft.