18.04. ‐ 23.04.2023

Ort

MI, 11. MaiLichter FilmfestLichter Filmfest

10:30 Uhr

Offene Diskussionsrunde: Junge Perspektiven auf den Tisch

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 240 min

Mittwoch, 11. Mai 2022, 10:30, Schirn Kunsthalle

„Welches Thema kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Freiheit denken?“, so lautete die Frage, die Filmschaffende im Rahmen des diesjährigen Festivals beantworten sollten. Marisa Meier, die Co-Autorin und Produzentin von „Youth Topia“ antwortete: „Als erstes fällt mir die erwachsene Antwort ein: Verantwortung! Die jugendliche Antwort ist vielleicht schöner: Angetrunken im Sonnenblumenfeld den Sonnenuntergang anschauen, Musik mit Freunden hören und drauf scheißen, dass wir eigentlich wichtigere Dinge zu erledigen haben“.

13:00 Uhr

Panel: Perspectives on What We Call Cinema Spaces

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Englisch

Dauer: 60 min

Mittwoch, 11. Mai 2022, 13:00, Cantate-Saal – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Das Kino neu denken heißt immer auch seinen Raum neu denken. Wie kann das Kino zukünftig in den Stadtraum hineinwirken, um eine Öffentlichkeit herzustellen? Wie wirken seine Räume nach innen, sowohl auf die Vielzahl der Filmbilder als auch auf ihre Rezipient:innen? Der Kinofilm war lange Zeit an den klassischen Kinosaal gekoppelt. In seinen neueren Spielarten wird er auch zur virtuellen Realität. Was also braucht der Film in seiner Gegenwart und Zukunft für neue Raumkonzepte? Ist die Trennung zwischen den Orten der Filmproduktion und denen der Filmauswertung weiterhin sinnvoll? Anhand des Entwurfs für das 'Centre Culturel Dédié Au 7è Art' des weltweit tätigen Architekturbüros UNStudio, werden in dieser Diskussionsrunde verschiedene Perspektiven und Konzepte erörtert, die sich mit der Zukunft des Kinos als Kulturort befassen.

13:00 Uhr

Panel: Misstrauen und Verheißung

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 90 min

Mittwoch, 11. Mai 2022, 13:00, MMK Museum für Moderne Kunst

„Das Besondere unserer Situation ist das Misstrauen des Publikums gegenüber den ,eigenen' Filmen“, schrieb der Regisseur Christoph Hochhäusler kürzlich nüchtern in einem Blogeintrag – und löste damit eine kleine Debatte aus. Diese wollen wir fortsetzen und fragen: Wieviel Vertrauen braucht der deutsche Film, wieviel Sehnsucht? Und wieviel Misstrauen sollte man dem Publikum entgegenbringen? Sind die Leute wirklich zu doof? Oder sind deutsche Regisseure vielleicht zu empfindlich und larmoyant?

15:00 Uhr

Panel: Das Andere Kino: Zur Zukunft eines Kulturortes

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 90 min

Mittwoch, 11. Mai 2022, 15:00, Cantate-Saal – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Wir leben im Zeitalter des Bildes, mehr noch: des Bewegtbildes. Der Film ist zum Wissensträger und zur Lebensform geworden. Doch die Bedeutung des Kinos als originärem Rezeptionsort für das Filmerleben schwindet. Das hat gesellschaftliche Konsequenzen: Die Krise des Kinos ist auch eine Krise des öffentlichen Raums. Als Ort der Zusammenkunft und Diskussion, kulturkritischer Moderation und gemeinsamer Reflexion ist dieser für eine demokratische (Stadt-)Gesellschaft von großer Bedeutung. Ohne soziale Räume des Diskurses und ohne kollektive Erfahrungen droht der Verlust ihres Fundaments. Es braucht deshalb eine umfassende Neudeutung des Kulturraums Kino. Darüber, wie diese Neudeutung aussehen und gelingen kann, soll auf diesem Panel diskutiert werden.

15:00 Uhr

Panel: On Film Schools in Europe

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Englisch

Dauer: 90 min

Mittwoch, 11. Mai 2022, 15:00, MMK Museum für Moderne Kunst

In dieser Runde diskutieren Vertreter:innen verschiedener europäischer Filmhochschulen über ihre Selbstverständnisse als Bildungseinrichtungen. Wie sehen sie ihre Aufgabe, wie gehen sie mit den Studierenden um, wie ist ihre Ausrichtung? Wie positionieren sie sich im Spannungsfeld zwischen Ausbildung für die Filmindustrie und Freiräumen, in denen die Studierenden ihren eigenen Ausdruck entwickeln können? Was bedeutet Filmkunst und künstlerischer Film für diese Schulen? In diesem Zusammenhang soll auch die Zusammenarbeit zwischen den Schulen in Europa betrachtet werden. Welche Art von Kooperationen gibt es, welche wären wünschenswert? Welche internationalen Projekte und Austauschmöglichkeiten verbinden die europäischen Filmschulen? Die Diskussion wird sich auch mit der aktuellen politischen Situation rund um den Krieg in der Ukraine befassen und damit, was dies für die Situation der Filmschulen und Studierenden bedeutet.

17:00 Uhr

Panel: Let’s talk about: Klassismus in der deutschen Filmbranche

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 90 min

(in Zusammenarbeit mit HessenFilm und Medien)

Mittwoch, 11. Mai 2022, 17:00, MMK Museum für Moderne Kunst

Im Rahmen der Reihe film.macht.vielfalt. lädt die HessenFilm und Medien zu einer Paneldiskussion, die sich dem Thema Klassismus in der deutschen Filmbranche widmet. Der Diskurs zur Gegenwart und Zukunft des deutschen Films wird zunehmend auch unter dem Schlagwort Klassismus geführt: Wer schafft die Bilder, die uns in Geschichten eintauchen lassen? Wer entscheidet, welche Inhalte ihren Weg zum Publikum finden und wer kann sich das „Filmemachen“ eigentlich leisten? Sprechen wir über Klassismus, dann sprechen wir über Macht und Zugänge, über Ausbildungswege, Quereinstieg und Vereinbarkeit unterschiedlicher Lebensrealitäten – vom Set bis in die Redaktionen und filmpolitischen Institutionen. Unsere Gäste aus Wissenschaft und Praxis blicken aus diversen Perspektiven auf die Bedeutung von Klassismus und wie sich klassistische Strukturen vor als auch hinter der Kamera auswirken.

17:30 Uhr

Panel: Under Pressure – Film Funding and Financing in Europe

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Englisch

Dauer: 90 min

(Präsentiert von Brehm u. Van Moers)

Mittwoch, 11. Mai 2022, 17:30, Cantate-Saal – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

In diesem Panel werden Vertreter:innen aus verschiedenen europäischen Ländern die Stärken und Schwächen unterschiedlicher Filmförderungs- und Finanzierungsmodelle diskutieren, um Lösungen für gemeinsame Herausforderungen zu entwickeln. Welche Finanzierungsmodelle ermöglichen eine umfassende kreative Freiheit und führen zu einer florierenden Filmlandschaft? Und wie können Anreize für Koproduktionen die stetig abnehmende öffentliche Förderung kompensieren? Vor allem aber: welche Art der Interaktion zwischen Institutionen, Produzent:innen, Weltvertrieb, Verleihen und Kinos könnte den europäischen Film(markt) vorantreiben?

DO, 12. MaiLichter FilmfestLichter Filmfest

10:00 Uhr

IZK+F Closed Session: Initiative Zukunft Kino + Film

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 180 min

Donnerstag, 12. Mai 2022, 10:00, Cantate-Keller – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Die Initiative Zukunft Kino + Film (IZK+F) ist ein Zusam-menschluss unabhängiger Verbände und Netzwerke von Kino- und Filmfachleuten, die einen Paradigmenwechsel in der deutschen Filmkultur fordern. Sie versteht sich als Plattform für Austausch, Nachfragen und Debatte. Das öffentliche Eintreten für die gemeinsamen Interessen und Ziele ist ihre Absicht. Offenheit, Diversität und Freiheit sind die Grundsätze ihres Miteinander. Der Ansatz der Initiative ist ein solidarischer.

10:30 Uhr

Offene Diskussionsrunde: Junge Perspektiven auf den Tisch

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 240 min

Donnerstag, 12. Mai 2022, 10:30, Schirn Kunsthalle

„Welches Thema kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Freiheit denken?“, so lautete die Frage, die Filmschaffende im Rahmen des diesjährigen Festivals beantworten sollten. Marisa Meier, die Co-Autorin und Produzentin von „Youth Topia“ antwortete: „Als erstes fällt mir die erwachsene Antwort ein: Verantwortung! Die jugendliche Antwort ist vielleicht schöner: Angetrunken im Sonnenblumenfeld den Sonnenuntergang anschauen, Musik mit Freunden hören und drauf scheißen, dass wir eigentlich wichtigere Dinge zu erledigen haben“.

11:00 Uhr

Panel: What Film Education Does Europe Need?

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Englisch

Dauer: 60 min

(in Kooperation mit DFF – Deutsches Filminstitut und Filmmuseum)

Donnerstag, 12. Mai 2022, 11:00, Cantate-Saal – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Erfreulicherweise bietet die neue Generation des MEDIA-Programms (2021-2027) auch die Möglichkeit, Filmbildungsprojekte in europäischen Projektgruppen zu beantragen. Doch welche Konsequenzen hat es, Filmbildung konzeptionell als eine Maßnahme zur Unterstützung und Förderung der audiovisuellen Industrie zu sehen? Wo befruchten sich Wirtschaft und Bildung, wo überschneiden sie sich? Kann eine in der Filmkultur verankerte Filmbildung, in der die geforderte Vielfalt und Qualität zu Hause ist, in einem solchen Programm überhaupt mithalten? Kurz: Welche Art von Filmbildung braucht Europa?

13:00 Uhr

Gesprächsrunde: Defending Freedom – Support for Ukraine

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Englisch

Dauer: 90 min

Donnerstag, 12. Mai 2022, 13:00, Cantate-Saal – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Täglich erreichen uns dramatische Bilder und Nachrichten aus der Ukraine. Russland führt Krieg gegen sein Nachbarland und katapultiert damit den Rest der Welt in eine schwere Krise. Der grausame Angriff auf die ukrainische Zivilbevölkerung hat bereits Tausende von Menschen das Leben gekostet und stürzt Millionen in Flucht und Verzweiflung. Bei aller Betroffenheit des Westens handelt es sich um einen Krieg in der Ferne mit einer abstrakten Vorstellung davon, was es bedeutet, täglich vom Tod bedroht zu sein. Die Kultur und ihre Akteure stehen im Schatten dieses Krieges. Die Frage, wie mit dieser Situation umzugehen ist, muss und wird auch ein Filmfestival in Frankfurt stellen. In einer Videobotschaft zur Eröffnung der Ausstellung: "This is Ukraine: Defending Freedom" auf der Biennale in Venedig betonte der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj die Bedeutung der Kunst als Medium für den Diskurs über den Krieg.

15:00 Uhr

Panel: Filmmakers at War

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Englisch

Dauer: 90 min

(in Kooperation mit FERA)

Donnerstag, 12. Mai 2022, 15:00, Cantate-Saal – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Während die Zukunft des Filmemachens viel mit dem Guten, dem Schlechten und dem Hässlichen der Streaming-Ära zu tun haben wird, rückt die russische Invasion in der Ukraine die einzigartige Rolle der Filmemacher im Krieg und ihre spezifische Mission außerhalb der reinen Videoaufnahme in den Fokus - Wahrheitsfindung, menschlicher Kontakt und Erinnerung. In diesem Panel legen Sie Zeugnis ab und sprechen über Ihre Erfahrungen als Filmemacher in militärischen Konflikten.

15:00 Uhr

Panel: Neue Wege für das Kino Jenseits von Gut und Böse: Wie kann der Ort des Kinos auf seine Krise reagieren?

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 90 min

Donnerstag, 12. Mai 2022, 15:00, Cantate-Keller – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Schon vor Corona war der Ort Kino in der Krise. Und das lag nicht allein an den Filmen und an knarzenden Sitzen. Oder an bösen Streamern. Im Gegenteil heißt „Krise des Kinos“ eigentlich Krise einer bestimmten über Generationen eingeübten Haltung – dem Leben selbst gegenüber, dem Sehen, dem gegenüber was man sieht und wie. Wie lässt sich auf die veränderte Situation reagieren? Was wäre das Ziel? Wie muss der Ort Kino beschaffen sein und kommunizieren, damit er der Gegenwart angemessen ist und eine Zukunft hat? Im Anschluss an unsere 2021 veröffentlichten offenen Überlegungen zu einem Haus der Filmkulturen wollen wir weitere neue Ideen diskutieren, um sie später zu präsentieren.

15:00 Uhr

Panel: Neue Formationen - Neue Produzent:innen

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 90 min

Donnerstag, 12. Mai 2022, 15:00, MMK Museum für Moderne Kunst

Dass jedes Experiment von Interesse auf eigene Kosten ausgetragen wird, lässt sich auf die künstlerische Arbeit ebenso beziehen wie auf produzentisches Handeln. Junge Firmen mit erklärt künstlerischer Ausrichtung bewegen sich meist in einem Spannungsfeld aus Verheißung und Risiko. Ihre Filme, die oft in kollektiven Strukturen oder in internationaler Kollaboration entstehen, profilieren sich im engen Wettbewerb um Sichtbarkeit und neue Chancen. Fast unsichtbar hingegen bleiben die erheblichen unternehmerischen Risiken, die junge Firmen in diesen unsteten Zeiten mehr denn je eingehen. Wir fragen ihre Gründer:innen: Was treibt euch an? Welchen Stoffen nehmt ihr euch an? Wie übt ihr produzentische Verantwortung aus? Wo findet ihr Verbündete? Eröffnet der aktuelle Marktwandel euch neue Räume? Wie frei seid ihr zu experimentieren – und was kostet euch das?

16:30 Uhr

Diskussion: Wunschkonzert Europa – Let's Find Out About Film Funding Best Practices in Europe!

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Mehrsprachig

Dauer: 180 min

Hosted by Hauptverband Cinephilie (HVC)

Donnerstag, 12. Mai 2022, 16:30, Cantate-Keller – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Vier Jahre nach den “Frankfurter Positionen” haben sich die Missstände der Filmförderung (hierzulande) nicht verbessert – sondern im Gegenteil u.a. auch durch die Pandemie noch verschärft. Die Filmförderung muss neu erfunden, das FFG neu geschrieben werden, fordern aktuell viele Interessenvertretungsverbände. Bevor wir beginnen, das weiße Blatt neu zu beschreiben, diskutieren wir mit Filmschaffenden, Produzent:innen, Auswerter:innen und Kinomacher:innen aus verschiedenen Europäischen Ländern, was an ihren jeweiligen nationalen Filmförderungen gut funktioniert. Was können wir voneinander lernen und wie können wir eine cinephile Filmförderung für die Zukunft gestalten? Der Hauptverband Cinephilie steht seit drei Jahren für filmpolitischen Diskurs und eine gewerks- und fachübergreifende Interessenvertretung. Wir freuen uns, die in den Frankfurter Positionen und im HVC formulierten Gedanken weiterzuentwickeln - und laden, gemeinsam mit dem Lichter Filmfest, anschließend zum Umtrunk ab 19 Uhr ein!

17:00 Uhr

Panel: Repressive Policies and its Influence on Culture and Media

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Englisch

Dauer: 90 min

Donnerstag, 12. Mai 2022, 17:00, MMK Museum für Moderne Kunst

Der Ausgangspunkt für die seit längerem geplante Veranstaltung war folgender: Spätestens mit dem Amtsantritt der nationalkonservativen und rechtspopulistischen Regierungen in Polen und Ungarn war klar, dass die europäische Gemeinschaft vor großen Herausforderungen steht. Diese Entwicklungen haben zu einer Umstrukturierung der Kulturlandschaft in diesen Ländern geführt. Es ist daher wichtig zu diskutieren, welchen Einfluss reaktionäre Kräfte auf die Finanzierung und Gestaltung des kreativen Sektors in Europa haben: Was passiert, wenn die Filmförderung vom Staat unterwandert wird? Wie kann sich die Kreativwirtschaft gegen diese Entwicklungen wehren und welche Rolle spielt sie dabei? Inwieweit ist ihre Arbeit vom Staat und dem politischen Klima abhängig? Der Krieg in der Ukraine hat die Perspektive verschoben. In diesem Panel mit Fokus auf Osteuropa werden auch die Folgen der kriegerischen Politik für Film und Kultur diskutiert.

FR, 13. MaiLichter FilmfestLichter Filmfest

10:00 Uhr

Panel: Wohin mit dem Dokumentarfilm? Festivals und Kinos – Digitale Plattformen und der öffentlich-rechtliche (Spät)Sendeplatz

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 60 min

Freitag, 13. Mai 2022, 10:00, Cantate-Saal – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Die Folgen der Corona-Krise für die Filmbranche und das Kino haben in Deutschland und der Welt einen beispiellosen Denkprozess in Gang gesetzt. Die starren Strukturen der vergangenen Jahrzehnte mussten innerhalb kürzester Zeit überdacht werden. Viele der aktuellen Denkmodelle werden zwar seit Jahren diskutiert, die Pandemie mit ihren unterschiedlichen Phasen der Belastung haben aber dazu geführt, Theorien und Konzepte in der Praxis zu erproben. Das gilt vor allem auch für Dokumentarfilme, die unter der Verknappung des Filmangebots in den Fernsehanstalten leiden. In diesem Panel reflektieren Expert:innen aus dem deutschsprachigen Raum den Zustand des Dokumentarfilms in Bezug auf seine Auswertung und diskutieren deren zukünftige Modelle.

11:30 Uhr

Panel: Koexistenz oder Kulturkampf? - Filmauswertung zwischen Kino und Streaming

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 90 min

Freitag, 13. Mai 2022, 11:30, Cantate-Saal – Volksbühne Im Großen Hirschgraben

Der globale Wandel der Kinokultur der letzten Jahrzehnte wurde durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen noch beschleunigt. Die Basis für die Kinobranche und den Filmverleih mit ihren (Geschäfts-)Modellen geraten durch den Medienwandel und die damit einhergehenden veränderten Rezeptionsgewohnheiten des Publikums immer mehr unter Druck. In unterschiedlichen Perspektiven soll in diesem Panel das Spannungsfeld der Filmauswertung zwischen Kino und Streaming ausgelotet werden. Expert:innen aus Filmbranche, Medienwissenschaft und Journalismus diskutieren Fragen wie: Wie können Verleiher:innen, Produzent:innen, Festivals etc. auf die veränderten Bedingungen reagieren? Welche Art und Form der Koexistenz ist nötig, welche Auseinandersetzungen müssen geführt werden? Welche neuen Wirklichkeiten sind zu akzeptieren, wo bleibt Gestaltungsspielraum? Müssen neue Rahmenbedingungen zur Regulierung geschaffen werden? Oder ergeben sich sogar ungeahnte Synergien? Und nicht zuletzt: Was bedeutet die Entwicklung für den Kulturort Kino, die Wahrnehmung von Film(kunst) und letztlich die kulturelle Vielfalt?

12:00 Uhr

Abschlussveranstaltung 2. Kongress Zukunft Deutscher Film – Forum Europa

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 380 min

Freitag, 13. Mai 2022, 12:00, Paulskirche

Die Frankfurter Paulskirche ist ein Symbolort der Demokratie und Freiheit. Am 18. Mai 1848 zog hier das erste freigewählte deutsche Parlament ein, um noch im Dezember des gleichen Jahres das seinerzeit freiheitlichste, demokratischste und sozialste Verfassungswerk zu schaffen. Durchsetzen konnte es sich schließlich nicht: Die deutschen Fürsten eroberten die Macht zurück. Doch prägte die Paulskirchen-Verfassung sowohl die Weimarer Verfassung von 1919 als auch das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland von 1949. Zwischen diesen beiden Demokratien liegt der deutsche Zivilisationsbruch von 1933 bis 1945, das blanke Gegenteil dessen, für was die Nationalversammlung der Paulskirche einst stand. Bei den Bombenangriffen auf die Frankfurter Altstadt fast vollständig zerstört, wurde die Paulskirche nach dem Krieg bewusst nüchtern wiederaufgebaut. Die Frankfurter Paulskirche symbolisiert also auch die Fragilität und Verletzlichkeit von Freiheit und Demokratie.

13:00 Uhr

Panel: Filmmaking & Politics: a 21st Century Mismatch?

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Englisch

Dauer: 120 min

(in Kooperation mit FERA)

Freitag, 13. Mai 2022, 13:00, Paulskirche

In einer Zeit, in der die Ukraine für ihr Recht auf Selbstbestimmung kämpft, werden wir daran erinnert, dass Kultur ein wesentlicher Bestandteil jeder gut funktionierenden Demokratie ist. Filmemacher:innen mit eigenständigen Positionen halten der Gesellschaft einen dringend benötigten Spiegel vor. Gleichzeitig schwindet in ganz Europa die künstlerische und kreative Freiheit, die sie dafür benötigen. Die politischen Entscheidungsträger:innen konzentrieren sich bisher allerdings hauptsächlich darauf, den Filmsektor bei seiner Erholung von den Folgen durch Covid-19 grüner zu machen, ihn weiter zu globalisieren und zu digitalisieren. Ist das ausreichend? Wie können wir die künstlerische, kreative und kulturelle Vielfalt wieder in den Mittelpunkt der politischen Agenden in ganz Europa stellen?

15:30 Uhr

Panel: Quo Vadis, deutscher Film? Was die neue Regierung jetzt für den Film tun muss!

Programmreihe: Kongress Zukunft Deutscher Film

Sprache: Deutsch

Dauer: 90 min

Freitag, 13. Mai 2022, 15:30, Paulskirche

„Dem deutschen Film geht es nicht gut" – so die jüngste Feststellung der BKM. Wir stimmen dieser Diagnose zu. Eine provokante These gleich zu Beginn: Der deutsche Film und seine Förderung sind visionslos. Der deutsche Film ist international irrelevant und nicht wettbewerbsfähig. Deutschland hat einen der höchsten Förderetats in Europa. Im Verhältnis zu den eingesetzten ökonomischen Mitteln hat der deutsche Film die schlechtesten Publikumszahlen in den Kinos und die geringsten Erfolge auf Filmfestivals. Es ist an der Zeit, die Filmförderung neu zu denken und den deutschen Film für die Zukunft neu aufzustellen. Das Gesamtmodell des deutschen Films und seiner bisherigen Förderung muss auf den Prüfstand. Wir fragen: Quo Vadis, deutscher Film?