Liebe Besucher*innen & Freund*innen,
liebe Filmschaffende,
liebe Partner*innen, Sponsor*innen & Förder*innen,

Die Zahl 13 ist für viele mit Unglück belegt. Eine kleine Minderheit verbindet mit ihr jedoch genau das Gegenteil: Glück. Die Antipode von Glück ist Pech, von Wahrheit die Lüge, von Chaos die Ordnung und von Natur? Nun gut, nennen wir es mal Zerstörung. ... Die Festival-Schwerpunkte der vergangenen Jahre. Das dialektische Ausloten dieser Sphären ist eines der ureigenen Prinzipien des LICHTER Filmfests. 

Macht – unser diesjähriges Festivalthema – ist ohne die Ohnmacht nicht hinreichend bedacht. Das allgegenwärtige Machtgehabe boshafter Zeitgenossen wie Trump, Bolsonaro, Orbán, Höcke und all jener, die sie zu denen gemacht haben, was sie heute sind – hat uns das Thema förmlich aufgenötigt. Aber nicht nur. Das Böse ist lediglich eine Seite unserer Überlegungen. Einerseits droht erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine besorgniserregende Gefahr von rechts, andererseits ist es einer Protestbewegung gelungen, die größten Probleme unserer Zeit – Klimawandel und Umweltverschmutzung – weltweit in den politischen Alltag zu befördern. Die jüngere Generation hat den Protest als Mittel der politischen Einflussnahme wieder auf die Straße gebracht und zu einem Erfolg gemacht, wie er beispiellos ist in der jüngsten Menschheitsgeschichte.

Unsere These: Die klassischen Machtstrukturen geraten immer mehr ins Wanken. Insofern erscheint uns jetzt der richtige Moment, das Phänomen zu thematisieren. Die alten politischen Großmächte haben ihre Stellung eingebüßt, Staaten verlieren gegenüber globalen digitalen Konzernen wie Facebook, Google und Amazon kontinuierlich an Macht und (Falsch-)Informationen lassen sich kaum mehr kontrollieren. Denn vor allem die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren zu einer beispiellosen Machtverschiebung geführt. Eine Revolution wie der Buchdruck – nur schneller und mit mehr Möglichkeiten als je zuvor.

Und jetzt das: Covid-19 hat uns allen gezeigt, wie machtlos wir alle den Launen der Natur ausgeliefert sind. Und wie sehr auch in solchen Situationen das Überleben von gesellschaftlichen Machtstrukturen abhängig ist. Wir werden uns mehr denn je die Frage stellen müssen, wie tief der Mensch in die Natur eingreifen darf. Antwort offen. Einig sind wir uns bereits darüber, dass die Welt nach der Pandemie nicht mehr dieselbe sein wird. Ein kleiner Satz mit großer Bedeutung!

Bleibt für uns eigentlich nur noch eine Frage offen: Ist das 13. LICHTER Filmfest Frankfurt International mit seiner LICHTER-On-Demand-Edition Glück im Unglück oder haben wir einfach nur Pech gehabt? Bald werden wir es wissen. Eins steht bereits jetzt für uns fest: Der plötzliche Verlust von physischen Interaktionen macht uns schmerzlich bewusst, wie sehr Menschen soziale Wesen sind. Und wie sehr wir den Kinobesuch als räumliche Erfahrung brauchen.

Bleiben Sie gesund

Ihre Johanna Süß und Gregor Maria Schubert sowie das ganze LICHTER-Team

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