Geschichten vom Kübelkind

Ula Stöckl, Edgar Reitz

Das Kübelkind passt nicht in die Gesellschaft. Das fängt schon damit an, dass es in der Mülltonne eines Krankenhauses aus einer weggeworfenen Plazenta heranwächst. Doch nur bis Fr. Dr. Wohlfahrt es entdeckt und sich empört, dass das so aber nicht gehe. Also verlässt das Kübelkind den Kübel und irrt in seinen roten Strümpfen und seinem roten Kleid fortan in der Gesellschaft umher - und wenn es stirbt, dann zum Glück nur bis zum nächsten Film.

Die Begeisterung der französischen Schauspielerin Kristine de Loup für ein österreichisches Schimpfwort nahmen Ula Stöckl und Edgar Reitz 1969 als Anlass, die Figur des Kübelkinds zu erschaffen. So wie das Kübelkind keinen Platz in der Gesellschaft hatte, hatten die Filme keinen Platz im Kino. So erfanden Stöckl und Reitz kurzerhand das Kneipenkino, das wir für LICHTER im Mal Seh’n Kino nachempfinden: 22 Filme von unterschiedlicher Länge à la carte. Nun wurde die Serie digital restauriert – was hätten Sie denn gern?


Ula Stöckl (*1938 in Ulm) begann 1963 ihr Studium am Institut für Filmgestaltung an der Hochschule für Gestaltung ihrer Heimatstadt Ulm. Damit war sie eine der ersten Frauen überhaupt, die an Filmhochschulen der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wurden. Ihr Abschlussfilm Neun Leben hat die Katze wurde viel beachtet und wird heute oft als erster feministischer Film bezeichnet. Seit den 1980er-Jahren ist sie zudem als Dozentin tätig, u.a. an der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin (dffb). Noch heute unterrichtet sie an der University of Central Florida in Orlando die Fächer Regie und Frauen und Film. Das Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V. in Berlin widmete ihr im Februar 2018 eine Retrospektive.

 

Edgar Reitz (*1932 in Morbach) gründete 1962 zusammen mit Alexander Kluge das Institut für Filmgestaltung an der HfG Ulm, wo er selbst Regie und Kameratheorie unterrichtete. Er ist Mitunterzeichner des Oberhauserner Manifests (1962) und gilt als wichtiger Vertreter des Neuen Deutschen Films. International bekannt wurde er mit seiner Heimat-Trilogie. Er hat zahlreiche theoretische Arbeiten über Film veröffentlicht und war Professor für Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 


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Regie Ula Stöckl, Edgar Reitz
Entstehungsjahr D 1971
Kategorie Zukunft Deutscher Film
Spieldauer 220 Min.
Sprache dt. OV
Produktion Edgar Reitz
Darsteller Kristine de Loup, Werner Herzog, Alf Brustellin u.a.
Kamera Edgar Reitz
Drehbuch Ula Stöckl, Edgar Reitz
Schnitt Jessy von Sternberg
Ton Guido Reitz
Musik Ekkehart Kühn


Zukunft Deutscher Film

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