Erste Film-Highlights im internationalen Programm

„Macht" ist das Schwerpunktthema des diesjährigen LICHTER Filmfest Frankfurt International. Bei seiner 13. Ausgabe beleuchtet das Festival die Machtmechanismen der Welt mit einem internationalen Filmprogramm und interdisziplinären Gesprächsrunden. Die ersten Deutschlandpremieren stehen bereits fest.

Klima-Bewegungen und globale Tech-Konzerne avancieren zu entscheidenden Taktgebern unserer Gesellschaft. Das politische Tagesgeschäft wird zunehmend von ideologischen Grabenkämpfen bestimmt. Wo wäre unsere Welt ohne das bürgerliche Engagement gegen Korruption und Populismus? Im Zeichen dieser Umbrüche steht die Menschheit derzeit an einem Wendepunkt, der die Machtverhältnisse weltweit verändern wird.Diesen spannenden Moment will LICHTER vom 21. bis 26. April untersuchen. 

Die Suche nach dem Schwerpunktthema der 13. Festival-Ausgabe mündete immer wieder in diesem alles bestimmenden Begriff. Viele der Bilder, die wir mit Macht in Verbindung bringen, stammen aus dem Kino. Das Medium selbst hat dabei eine erzählerische Kraft entwickelt, die unser Denken seit über 100 Jahren lenkt. The Twentieth Century ist dafür ein Paradebeispiel, ein bissiger Kommentar auf menschliches Gebaren in der Politik. Regisseur Matthew Rankin beschreibt in der bizarren Groteske um den Aufstieg von MacKenzie King zum kanadischen Premierminster zu welch absurden Erniedrigungen Menschen bereit sind, um in den Kreis der Mächtigen aufgenommen zu werden.

Beispielhaft für die erzwungene Entwurzelung von indigenen Völkern begibt sich Zacharias Kunuk in der Deutschlandpremiere One Day in the Life of Noah Piugattuk in die arktischen Gebiete Nordkanadas: In einem über einstündigen Dialog versucht ein Regierungsvertreter inmitten einer eisigen Schneelandschaft eine Inuit-Gruppe davon zu überzeugen, ihren nomadischen Lebensstil aufzugeben. Für die Inuit ist ein Leben ohne Iglu und Robbenjagd aber unvorstellbar.

Mit dem Boxer-Drama Knuckle City zeigen die Festivalmacher, wie Armut und toxische Maskulinität als Zündstoff für zwischenmenschliche Konflikte funktionieren. Die südafrikanische Oscar-Einreichung läuft bei LICHTER ebenfalls als Deutschlandpremiere.

Weitere bestätigte Filme, die bereits bei mehreren großen Festivals für Jubelstürme bei Kritik und Publikum gesorgt haben: Bacurau von Kleber Mendonca Filho, eine dystopische Zukunftsvision Brasiliens, in der Faschismus und Kapitalismus Hand in Hand gehen; die Dokumentation Midnight Family (Regie: Luke Lorentzen), die anhand des korrupten Geschäfts privater Rettungsdienste die staatliche Ohnmacht Mexikos und das dysfunktionale Gesundheitssystem des Landes vorführt; und Papicha von Mounia Meddour, in dem eine junge Frau trotz islamistischer Gewalt in den Straßen Algiers für ein liberal geprägtes Weltbild kämpft. 

Die ersten Filme des internationalen Programms zum Thema „Macht":

Bacurau (Regie: Juliano Dornelles, Kleber Mendonça Filho; Spielfilm, BRA/F 2019, 131 Min. // Trailer)

Midnight Family (Regie: Luke Lorentzen; Dokumentarfilm, MEX 2019, 81 Min. // Trailer)

Knuckle City (Deutschlandpremiere // Regie: Jahmil X.T. Qubeka; Spielfilm, SA 2019, 124 Min. // Trailer)

Papicha (Regie: Mournia Meddour; Spielfilm, F/AL/B/KAT 2019, 108 Min. // Trailer)

One Day in the Life of Noah Piugattuk (Deutschlandpremiere // Regie: Zacharias Kunuk; Spielfilm, CDN 2019, 113 Min. // Trailer)

The Twentieth Century (Regie: Matthew Rankin; Spielfilm, CDN 2019, 90 Min. // Trailer)

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