Donnerstag, 05. April 2018 // 18 – 19:30 Uhr // Zoo-Gesellschaftshaus, Großer Saal

Was wir vom Kino noch wollen

mit Edgar Reitz, Lars Henrik Gass und Laura Walde

Moderation: Sophia Gräfe

Ein Grußwort von Dr. Helmut Müller (Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main)

Bis heute hinken die Kinoeintritte in Deutschland den Nachbarländern hinterher. Ging jedeR Deutsche 2017 statistisch knapp 1,5 Mal ins Kino, taten das die Franzosen 3,1 Mal, die Briten 2,6 Mal und die Spanier 2,1 Mal.

Spricht diese Differenz für ein Potenzial für einen neuen deutschen Kinoaufbruch, für neue Leinwände, seien es Multiplexe, Boutique-Kinos mit angeschlossener Gastronomie oder selbstverwaltete Genossenschaften? Oder ist die hartnäckige Immunität der Deutschen gegenüber der Kinokultur ein Wink dafür, dass es eines größeren staatlichen Engagements bedürfte, dass das Kino als große Kunstform des 20. Jahrhunderts ähnlich wie die bildende Kunst oder das Theater „geregelt musealisiert“ (L.H. Gass) werden muss? Welche Chancen bietet eine größere staatliche Förderung, welche Risiken beinhaltet diese Abhängigkeit, besonders angesichts zunehmend volatiler, politischer Verhältnisse?

Die Frage nach dem Kino stellt sich besonders im Angesicht der Vervielfältigung und Allgegenwart audiovisueller Medien. Wie kann sich der klassische Kinofilm in dieser Vielfalt behaupten, wo kann er Allianzen bilden? Und nicht zuletzt: welche Förderung braucht es dazu: eine, die sich konsequent auf den kulturellen Aspekt konzentriert, oder eine, die die wirtschaftliche Seite des Kinofilms in einer heterogenen audiovisuellen Landschaft stützt? 



Lars Henrik Gass leitet seit 1997 die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Zuletzt erschien die aktualisierte und erweiterte Neuausgabe seines Buches „Film und Kunst nach dem Kino“. Gass veröffentlicht regelmäßig Texte zu Fotografie und Film.



Edgar Reitz, der als Schirmherr des LICHTER Filmfests 2016 die Notwendigkeit eines filmpolitischen Neuanfangs deutlich machte, ist Pate von „Zukunft Deutscher Film". Reitz verbindet alle Facetten des Kongresses: Er ist Macher der im Hunsrück verorteten „Heimat"-Saga, Gründer des Europäischen Instituts des Kinofilms in Karlsruhe und vor allem einer der weltweit bekanntesten deutschen Filmemacher. Edgar Reitz ist überdies Unterzeichner des Oberhausener Manifests 1962. Damals legte eine Gruppe von 26 Filmemachern den Grundstein für den „Neuen Deutschen Film" und das in der Folge entstandene Filmfördersystem in Deutschland.



Laura Walde programmiert seit 2013 für die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur und leitete 2015–2017 die Schweizer Jugendfilmtage. Sie ist Doktorandin mit einem Dissertationsprojekt im Rahmen des Forschungsprojekts «Exhibiting Film: Challenges of Format» an der Universität Zürich.


Sophia Gräfe ist Medien- und Kulturwissenschaftlerin und lebt in Marburg und Berlin. Neben den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen arbeitete sie bereits als Assistenzkuratorin und freie Autorin für die transmediale und das Werkleitz Festival sowie für diverse Galerieprojekte und Künstlerstudios. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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