Der LICHTER Art Award 2018 geht an...

Jakob Engel gewinnt den LICHTER Art Award 2018 für seine Arbeit Waiting for Record.

Für seine Videoarbeit Waiting for Record (2017) ist der Künstler und Filmemacher Jakob Engel am Dienstagabend, den 03. April 2018 mit dem LICHTER Art Award ausgezeichnet worden. Damit setzte er sich gegen die vier anderen Finalisten Nikita Diakur, Martin Kohou, Ingel Vaikla, Gerald Zahn durch. Noch bis zum 8. April sind die Werke der fünf Finalistinnen und Finalisten des Wettbewerbs für zeitgenössische Videokunst im Zoo-Gesellschaftshaus zu sehen. 

In Waiting for Record blickt Jakob Engel auf das Leben von Jamil Jalla. Der afghanische Filmemacher und Schauspieler wartet in Berlin auf die Bewilligung seines Asylantrages und arbeitet währenddessen als Putzkraft in einem großen Theaterhaus. Die Bühne in greifbarer Nähe, bewegt er sich zwischen zwei Identitätsrealitäten. Engel zeigt in der Videoarbeit das Verweilen in einer Zwischenzeit als ein Wechselspiel zwischen Hadern und Hoffnung und verbildlicht mit dem Motiv des täglichen Wartens in der Unsicherheit ein Symptom unserer Zeit.

„Ruhe und Präzision bestimmen nicht nur die Arbeitsbewegungen der männlichen Reinigungskraft, sondern auch die Bildsprache von Engels Film. Während der Zuschauer Jalla bei seiner Arbeit durch die menschenleeren Zuschauerränge des Theaters begleitet, spiegeln sich in den parallel eingespielten Unterhaltungen die gegenwärtige Lebenssituation des Protagonisten wieder. Sprache und Bild verbinden sich zu einem eindrücklichen Porträt einer Person, dessen Leben zwischen seinem Traum als Filmemacher und seiner aktuellen Tätigkeit oszilliert“, begründet Jurymitglied Sergey Harutoonian in seiner Laudatio. Engel lebt und arbeitet als freier Künstler, Filmemacher, Theatermacher und Musiker in Hamburg. Seine filmischen Arbeiten waren bereits in Institutionen wie der Hamburger Kunsthalle und dem Mousonturm in Frankfurt zu sehen.

Der LICHTER Art Award ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotiert. Über 90 Werke wurden für die achte Ausgabe des Art Award eingereicht. Juroren sind in diesem Jahr Stefanie BöttcherLeiterin der Kunsthalle MainzSergey Harutooniankuratorischer Assistent in der Sammlungsleitung des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, sowie Saul Judd, leitender Kurator des LICHTER Art Award. Die Bandbreite der ausgewählten Werke reicht von Animation über Filmessays bis hin zu fiktiven Erzählungen. In den Arbeiten lassen sich die Immaterialität des Internets wie auch die hyperreale Post- Internet-Ästhetik beobachten. Zugleich formulieren sie einen eigenständigen Kommentar zur sozialen Realität und zu aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen unserer Gegenwart.

Die Werke der fünf Finalistinnen und Finalisten im Überblick: 

  • Nikita Diakur (D) // Ugly, 2017 // 11:54 Min.
  • Jakob Engel (D) // Waiting for Record // 2017 // 15:15 Min. 
  • Martin Kohout (CZ/D) // Slides, 2017 // 22:50 Min.
  • Ingel Vaikla (EST/B) // Roosenberg // 2017 // 29 Min.
  • Gerald Zahn (A) // Die Galerie/The Gallery // 2017 // 20 Min. 

Nähere Infos zum LICHTER Art Award und den diesjährigen Werken gibt's hier.

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