LICHTER Art Award 2019 // Die Finalist*innen

Alle Werke der Finalist*innen des LICHTER Art Award 2019 sind im Ausstellungsraum SCHAUT! im MAL SEH´N Kino vom 01. bis 28. April 2019 täglich ab 19 Uhr zu sehen. 

(Adresse: Mal Seh´n Kino, Adlerflychtstr. 6, 60318 Frankfurt am Main)

Der LICHTER Art Award erreicht Videokünstler*innen und Filmemacher*innen aus aller Welt – von Bulli, Australien bis Madrid, New Mexico, USA. Für die 9. Ausgabe des mit 1.000 Euro dotierten Preises wurden über 120 Werke eingereicht. Bei der feierlichen Eröffnung am Dienstagabend ehrte die Jury Andrew de Freitas für seine Arbeit WEIGHT.

Das Spektrum der ausgewählten Werke – von Dokumentarfilm über Essayfilm bis hin zu fiktiven und realen Erzählungen über Politik und soziale Problematiken – gibt Einblick in aktuelle Strömungen der Videokunst. In ihrer Variationsbreite und Qualität zeigen die ausgewählten Werke verschiedene Tendenzen der zeitgenössischen Video-und Filmkunst auf.

Die ausgewählten Arbeiten bilden je einen eigenständigen Kommentar zu unserer sozialen Realität und den aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen unserer Gegenwart.

Die Arbeiten der fünf Finalist*innen zeigt das LICHTER Filmfest vom 26. bis 31. März 2019 in einer kuratierten Ausstellung. Die prämierte künstlerische Arbeit wird im Rahmen der feierlichen Ausstellungseröffnung am 26. März um 18:00 Uhr im TOR Art Space bekannt gegeben.

Ausstellung

Mi 27.– So 31. März, täglich

DI // 19 Uhr - 22 UhrMI // 15 Uhr - 21 Uhr, DO // 15 Uhr - 21 Uhr, FR // 15 Uhr - 21 Uhr, SA // 14 Uhr - 21 Uhr, SO // 14 Uhr - 19 Uhr

EINTRITT FREI

Eröffnung und Preisverleihung

Di 26. März // 18 Uhr

TOR Art Space

Veranstaltungsort

TOR Art Space 

Allerheiligenstraße 2-24, 60311 Frankfurt am Main

Der Preisträger 2019

Andrew de Freitas // WEIGHT // BR/CA 2018, 12 Min.

WEIGHT ist ein sehr persönliches Portrait. In Form eines Interviewfilms spricht der Regisseur mit seiner Freundin Lees Brenson, einer Trans-Musikerin und Performerin. Brenson, die aus der Ukraine nach Kanada kam, erzählt von der Kindheit, schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs, der eigenen Musik und ihren Performances. Gemeinsam reflektieren sie über die Beziehung zwischen dem eigenen Gewicht, Musik und Komfort. 

In Auckland, Neuseeland geboren, lebt und arbeitet Andrew de Freitas heute in Rio de Janeiro und Montreal. Er schloss seinen Bachelor of Arts / Philosophy and Fine Arts an der University of Auckland ab und war Meisterschüler an der Städelschule, Frankfurt am Main. 2018 waren seine Arbeiten im Hamburger Bahnhof, Berlin zu sehen.


Die anderen Finalist*innen

​Endre Aalrust // Dear Deer // DE/NO ​2018, 19 Min.​

Dear Deer ist ein Essayfilm, der den Blick Jacques Derridas’ starrender Katze Logos visuell mit einem sich verbeugenden Reh im japanischen Nara, argentinischen Hausangestellten und dem 19 Jahre jüngeren Freund des Regisseurs verstrickt. Mit voyeuristischer Ästhetik schafft Endre Aalrust eine persönliche, wie soziale Dokumentation unserer Gegenwart und Vergangenheit. Es ist eine Reise in das Selbst und in ferne, soziale Realitäten.

Der norwegische Künstler und Filmemacher Endre Aalrust (*1973) lebt mittlerweile in Berlin. Er studierte an der Universität Oslo und an der Berger Academy of Fine Arts. Seine Arbeiten wurden bereits international ausgestellt.


Zanny Begg // The Beehive // AUS 2018, 33 Min.

© Hugh Hamilton, 2018

The Beehive erzählt die Geschichte von Juanita Nielsen, einer Verlegerin, Anti-Gentrifizierungs-Aktivistin, Journalistin und Stilikone, die 1975 im australischen Sydney unter mysteriösen Umständen verschwand. Nach einem Geschäftstreffen verliert sich jede Spur – weder Nielsen noch mögliche Tatverdächtige konnten jemals identifiziert werden. Die Arbeit zeigt 1344 mögliche Szenarien der Geschichte. Zufällig von einem Computer ausgewählt, spielen sie alle denkbaren Möglichkeiten des Tathergangs durch. The Beehive vergegenwärtigt den Einfluss, den Juanita Nielsen in der lokalen Gemeinschaft und im Großen und Ganzen hatte.

Zanny Begg ist eine australische Künstlerin und Filmemacherin. Sie arbeitet mit Film, Zeichnung und Installation. Begg lebt und arbeitet in Bulli bei Wollongong. Sie studierte an der Griffith University und der University of New South Wales, Australien. Ihre Videoarbeiten wurden international gezeigt. Momentan ist sie bei der 17. Videonale im Kunst Museum Bonn zu sehen.


Natasha A. Kelly // Millis Erwachen/Milli's Awakening // DE 2018, 47 Min.

Natasha A. Kellys Ausgangspunkt für die Arbeit Millis Awakening / Millis Erwachen war Ludwig Kirchners Gemälde Schlafende Milli (Sleeping Milli, 1911). Die Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland geht weit zurück und die Frau wurde in den meisten Fällen zum anonymen, sexuellen Objekt der Begierde reduziert. In diesem Videoportrait erzählen acht schwarze Künstlerinnen aus verschiedenen Generationen von ihren persönlichen Erlebnissen –diese sind geprägt von Kämpfen, aber auch von Siegen.

Diese Arbeit wurde von der 10. Berlin Biennale 2018 in Auftrag gegeben und international gezeigt.

Natasha A. Kelly ist eine in Berlin lebende Schriftstellerin und Künstlerin. Sie promovierte in Kommunikationswissenschaft und Soziologie mit einem Forschungsschwerpunkt in Kolonialismus und Feminismus. Milli’s Awakening ist Teil der diesjährigen Ausstellung Weil ich nun mal hier lebe im MMK Tower, Frankfurt am Main.


Lisa Kori // Three Minute Eggs // USA 2018, 5 Min.

Mit dem Smartphone aufgenommen, ist Three Minute Eggs eine Meditation über die Zeit und den Tod am Frühstückstisch. Inspiriert von dem Kampf der Filmemacherin mit der eigenen chronischen Krankheit, sinniert die Arbeit mit subtilen Gesten darüber, wie Zeitwahrnehmung von einer tiefgreifenden oder lebensverändernden Erfahrung geprägt werden kann.

Three Minute Eggs wurde beim Madrid Film Festival in New Mexico, USA uraufgeführt und als Best Poetic Film ausgezeichnet. 

Lisa Kori ist Künstlerin und Musikerin und lebt in Madrid und in New Mexico, USA. Ihr Hintergrund ist in der neuen Medienkunst auszumachen.


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